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23 Festnahmen: Europol zerschlägt Geldwäscherring

Europol hat die spanische Guardia Civil und die kolumbianische Nationalpolizei dabei unterstützt, zwei kriminelle Organisationen, die an einer groß angelegten Geldwäscheaktion beteiligt waren, zu zerschlagen. Es wird geschätzt, dass rund 2,5 Millionen Euro durch verschiedene Methoden wie „Smurfing“ und die Nutzung von Kryptowährungen gewaschen wurden.

23 Mitglieder der Gruppe wurden verhaftet - hauptsächlich aus Spanien, Kolumbien und Venezuela - und weitere neun wurden erkennungsdienstlich behandelt. Zwölf Hausdurchsuchungen wurden durchgeführt - zehn in Spanien und zwei in Kolumbien - und zwei Fahrzeuge beschlagnahmt, neben Mobiltelefonen, Computern und Bank- und Finanzdokumenten. Außerdem wurden zahlreiche virtuelle Geldkonten, die von der kriminellen Organisation zur Geldwäsche verwendet wurden, von den Strafverfolgungsbehörden eingefroren.

Europol unterstützte die Operation, indem der Informationsaustausch erleichterte und vier Experten mit einem mobilen Büro und „Universal Forensic Extraction Devices (UFED)“ nach Spanien ausgeliehen wurden. Dies ermöglichte eine Echtzeit-Gegenprüfung der Daten, die im Laufe der Aktionen für die Europol Datenbanken gesammelt wurden, sowie die Extraktion von Daten aus den Mobil- und Computergeräten, die für eine spätere Analyse beschlagnahmt wurden.

Mit Kryptowährung zurücküberweisen

Die Untersuchung begann im Januar 2017, als kolumbianische Behörden über eine kolumbianische Familie informiert wurden, die Verbindungen zum Drogenhandel in der spanischen Stadt Zaragoza hatte. Die spanische Guardia Civil hatte die Existenz einer in Spanien tätigen kriminellen Organisation überprüft, die sich der Geldwäsche von anderen kriminellen Gruppen verschrieben hat und an verschiedenen Orten in Spanien und Frankreich tätig war. Das kriminelle Netzwerk nahm die illegalen Einnahmen auf, teilte sie auf und verschickte sie in kleine Überweisungen (sogenanntes „Smurfing“).

Unter den kriminellen Gruppen, von denen sie das Geld sammelten, identifizierten die Ermittler auch ein zweites Netzwerk in Madrid. Dieses zweite Netzwerk war auch daran beteiligt, große Geldsummen von anderen kriminellen Gruppen zu sammeln, die mit illegalen Aktivitäten wie Drogenhandel oder andere Verbrechen in Spanien in Verbindung stehen.

Die Gruppe nutzte Kryptowährungskonten, um große Geldbeträge aus Bargeld in Kryptowährungen wie Bitcoins und Altcoins umzuwandeln, und übertrug sie später auf andere von der kolumbianischen Organisation kontrollierte virtuelle Geldkonten, wodurch die illegalen Erlöse nach Südamerika zurückgeführt werden konnten.

Die Bekämpfung des zunehmenden Einsatzes neuer Zahlungsmethoden für die Geldwäsche, wie die Verwendung von Kryptowährungen, ist eine Priorität von Europol.