LUXEMBURGMARCO MENG

Die Ingenieure Philippe Beissel und Michel Ruppert legten mit Cargolux einen guten Start hin

Es ist gerade einmal zwei Monate her, dass Anfang August Philippe Beissel und Michel Ruppert das Ingenieursbüro „Beissel und Ruppert“ gründeten. Und wenn man die Räumlichkeiten des noch ganz jungen Unternehmens betritt, ist man über die Geschäftigkeit dort überrascht - überhaupt über die Tatsache, dass die gerade erst aus der Taufe gehobene Firma schon Mitarbeiter hat.

Wie viele Mitarbeiter haben Sie bereits?

Michel Ruppert Vor knapp zwei Monaten hatten wir das Unternehmen zu zweit gegründet und waren auch erst nur zu zweit. Am ersten September hatten wir die ersten zwei Mitarbeiter eingestellt, und jetzt sind wir sechs.

Das ist aber ein rasanter Start.

Ruppert Ja, das stimmt, doch wenn Kundenwünsche schon von Beginn an da sind, muss man dem auch gerecht werden. Ehrlich gesagt hatten wir auch selbst nicht damit gerechnet, dass wir so schnell wachsen würden. Als wir uns selbstständig machten, kam uns zugute, dass wir schon hinlänglich bekannt in dem Bereich waren, und als sich nun bis September zeigte, dass der Wunsch vieler da ist, mit uns zusammenzuarbeiten, ging es schneller voran als initial gedacht.

Beissel Auch sonst ging der Start recht gut: Man muss sich natürlich für eine Firmengründung gut vorbereiten, aber innerhalb von drei Wochen hatten wir eigentlich alle nötigen Genehmigungen, um loszulegen. Dass das so schnell geht, hat mich ein bisschen überrascht. Geschäftlich kam uns zugute, dass der luxemburgische Bausektor überschaubar ist und wir keine Unbekannten waren.

Sie beide kennen sich von ihrem früheren Arbeitgeber?

Ruppert Ja. Wenn man genau ist, haben wir uns sogar schon früher kennengelernt, denn wir beide haben in Zürich studiert: Als ich in meinen letzten Jahren meines Bauingenieursstudiums war, war Philippe in seinen ersten. Und da in Zürich nicht allzu viele Luxemburger waren, sind wir uns damals schon begegnet.

Wie kam es denn überhaupt dazu, dass Sie sich selbstständig machten?

Ruppert Wir hatten wie gesagt vorher beide als Kollegen in einem Ingenieursbüro gearbeitet. Und irgendwann war es unser Wunsch, unabhängiger zu sein und unser eigenes Büro zu führen. Da wir beide schon etwas erfahren sind, aber auch nicht zu alt, um es zu versuchen, sagten wir uns, dass jetzt die Zeit dafür gekommen ist. Es ist zwar vielleicht erst einmal komfortabler in der Situation zu bleiben, in der man ist, aber für uns war klar, dass wir jetzt auf eigene Faust versuchen wollten, ein Unternehmen zu gründen und zu führen.

War es schwierig, Räumlichkeiten und Personal zu finden?

Ruppert Räumlichkeiten zu finden war relativ schwer, aber es war wie im Leben so häufig der Zufall, der uns da half. Eigentlich dachten wir auch, die Räumlichkeiten würden für lange Zeit ausreichen, aber mit unseren Mitarbeitern jetzt sehen wir schon, dass wir wohl bald etwas Größeres brauchen werden. Schön wäre in der Nähe des Bahnhofs. Da wären wir zentraler, und für unsere Mitarbeiter wäre es auch einfacher.

Und wie lief es mit der Anfangsfinanzierung?

Beissel Die brachten wir selbst ins Unternehmen ein. Als wir dann die ersten Aufträge hatten und einen Finanzplan vorlegen konnten, konnten wir einen Kredit bei einer Bank aufnehmen, der uns erlaubt, die ersten Monate das Geschäft ins Laufen zu bringen.

Ruppert Da war ich selbst wiederum überrascht, dass uns die Bank dieses Vertrauen schenkte und es so gut ging. Umgekehrt wunderte mich dann aber, als wir für die Mitarbeiter drei Fahrzeuge leasen wollten, die Leasinggesellschaft das zurückwies. Es ist zwar nicht dramatisch, aber eine Hürde, die nicht sein müsste.

Was genau bietet Ihr Unternehmen an?

Beissel Wir haben hauptsächlich zwei Geschäftsbereiche: Einmal Projektmanagement im Hochbau, das ist vor allem Koordination, Bauablauf, Planung und so weiter, und als zweites Straßenbau, Tiefbau, Infrastrukturbau wie zum Beispiel Leitungsnetze. Unsere Mitarbeiter sind darum zum einen Architekten, zum anderen Bauzeichner und Bauingenieure. Kunden sind vor allem Unternehmen oder die öffentliche Hand mit Schulen, Sportanlagen und dergleichen.

Es ist aber nicht so, dass Sie als Chefs nur noch dazu kommen, die Personal- und Unternehmensverwaltung zu machen?

Beissel Noch nicht. Sollte es einmal dazu kommen, müssten wir jemanden für diese Aufgaben einstellen. Im Dienstleistungssektor ist es schon wichtig, dass wir als Unternehmensleiter auch persönlich vor Ort und mit dem Kunden in direktem Kontakt sind.

Was war Ihr erstes Projekt?

Beissel Das war das neue Headquarter von Cargolux. Ein relativ großes Projekt, das für ein junges Unternehmen wie unseres natürlich auch eine gute Referenz ist.

Welche Pläne haben Sie sich jetzt gesetzt?

Ruppert. Zuerst wollen wir in unserem Metier Fuß fassen, im nächsten Schritt wollen wir dann auch weiter wachsen, damit wir breiter aufgestellt sind und im Falle von Krisen in bestimmten Bereichen flexibler darauf reagieren können. Ziel ist immer, unsere Kunden zufriedenzustellen.