LUXEMBURG
PASCAL STEINWACHS

Crémant, Gummibärchen und Kugelschreiber à gogo auf der hauptstädtischen Braderie

Der offizielle Startschuss zur Wahlkampagne fällt zwar erst am nächsten Montag, doch wer gestern im Rahmen der hauptstädtischen Braderie zufällig durch die „Philipsgaas“ bummelte, der sah sich regelrecht von Politikern und Kandidaten umzingelt, hatten doch fast alle Parteien (DP, LSAP, „déi gréng“, CSV, adr, „déi Lénk“, „déi Konservativ“) hier einen Stand. Lediglich die „Piraten“ hatten ihren Stand auf der „Plëss“, derweil die KPL überhaupt keinen Stand hatte, dafür aber im Bahnhofsviertel fleißig Flugblätter verteilte. Richtige Wahlkampfstimmung war auf der Braderie aber noch nicht auszumachen.

Ein Premier zum Anfassen

Für einen kleinen Menschenauflauf sorgte seinerseits Regierungschef Xavier Bettel, mit dem sich natürlich alle ablichten lassen wollten, und der sein Bad in der Menge dann auch sichtlich genoss.

Fragen zum DP-Wahlprogramm beantwortete der Staatsminister ebenfalls, derweil es als Wahlgadget neben dem obligatorischen Kugelschreiber mit Parteilogo unter anderem eine Landkarte gab („d‘Land op Lëtzebuergesch“), auf deren Rückseite - sicher ist sicher - auch noch einmal sämtliche Kandidaten sowie eine Zusammenfassung der wichtigsten Punkte aus dem Wahlprogramm zu finden sind.

Bio-Gummibärchen bei der CSV

Direkt neben der DP hatte sich indes die größte Oppositionspartei niedergelassen, wo der Premierherausforderer Claude Wiseler, der sich betont locker gab, und seine Krawatte zu Hause gelassen hatte, sich im Kugelschreiber-Verteilen übte.

Die Bio-Gummibärchen, die es auch gab, sollen allerdings ziemlich in die Zähne gehen, aber das ist wahrscheinlich so gewollt, wird man sich so doch länger an die CSV erinnern.

LSAP-Spitzenkandidat und Vizepremier Etienne Schneider ging auf Nummer sicher, und verteilte, ebenso wie seine Mitkandidate, bereits am Vormittag Crémant an die am sozialistischen Wahlprogramm interessierten Bürger (an die anderen auch), derweil „déi gréng“ unter anderem mit kleinen grünen Windmühlen zu punkten versuchten.

Bei der adr gab es ebenfalls Crémant, bei den „déi Lénk“ gab es wiederum Gummibärchen (ebenfalls in Bioqualität, aber weniger klebrig), und bei den „Piraten“ sogar Eclairs. Kondome gab‘s übrigens bei den „déi Konservativ“; die treten zwar nur im Süden an, waren aber trotzdem auf der hauptstädtischen Braderie vertreten...