LUXEMBURG
CLAUDE KARGER

"Eigentlich hatten wir uns ein ruhigeres Jahr 2017 vorgestellt, aber es war alles andere als das“, bilanzierte ACEL-Präsident Charel Muller das sich zum Ende n neigende Jahr. Der Soziologiestudent an der Uni Köln, freute sich über Durchbrüche in mehreren Dossiers, die der Studentenorganisation am Herzen lagen.

Allen voran die Einführung des kostenlosen öffentlichen Transports für alle Studenten zum 1. August 2017, ein Resultat längerer Verhandlungen mit den zuständigen Ministerien.

„Konstruktive Gespräche“ habe es indes mit Arbeits- und Beschäftigungsminister Nicolas Schmit über eine Reform der Regelung von Praktika und Studentenjobs in Luxemburg gegeben. Zuletzt Ende November saß eine ACEL-Delegation mit ihm und seinen Mitarbeitern zusammen, bereits zuvor hatte es Gespräche gegeben, etwa beim jährlichen Treffen der luxemburgischen Studenten in Köln und Bonn im September, wo es eine Debatte mit Schmit über die Beziehungen zwischen Arbeitgebern und zukünftigen Arbeitnehmern gab.

Die ausdiskutierten Lösungsansätze würden im Laufe des nächsten Jahres in einen Gesetzentwurf gegossen und noch während dieser Legislatur verabschiedet - das hofft jedenfalls die ACEL. Für sie ist wichtig, dass der Zugang zu Praktika erleichtert wird, etwa auch durch eine entsprechende Internetplattform, wie sie bereits in anderen Ländern existiert aber vor allem durch eine Vereinfachung der administrativen Prozeduren sowohl für die Studenten als auch für den Betrieb, der sie für ein Praktikum aufnimmt.

Außerhalb Luxemburgs kommt die ACEL in Verhandlungen mit Verwaltungen weniger gut voran. Seit geraumer Zeit etwa streitet die Vereinigung mit den französischen Behörden für eine Reduzierung der „Taxe d‘habitation“ für Studenten aus Luxemburg an Hochschulen im „Hexagone“. Der Kampf geht weiter. Weiter geht auch die Arbeit im „Comité de suivi stratégique“ zum Rifkin-Prozess, in dem die ACEL ebenfalls vertreten ist und Gutachten zu erforderlichen Änderungen im Unterrichtssystem, in der Forschung und in der Weiterbildung abgeliefert hat.

Statutenänderung

Neben der Bilanz der stabilen finanziellen Lage der ACEL und ihrer reichhaltiger Aktivitäten standen gestern aber auch Statutenänderungen auf dem Programm. Die Grundfassung stammt noch aus dem Jahr 1992 und musste der Entwicklung des rechtlichen Umfelds und der Mitgliederorganisationen. Zum Beispiel wurde eine explizite Unterscheidung zwischen Studentenvereinigungen im Ausland und in Luxemburg in die neue Fassung eingeschrieben. Zirkel dürfen nun auch statutarisch mehrere Studienrichtungen vertreten, die Funktionen im ACEL-Komitee werden genau definiert, wie auch dessen Informationsverpflichtungen gegenüber den Mitgliedsvereinigungen. „Vieles wird einfacher und klarer“, hieß es.

Pol Lutgen neuer Präsident

Pol Lutgen, bislang „Vizepresident Informatioun“ im ACEL-Komitee, wurde gestern zum neuen Präsidenten gewählt. Der Nachfolger von Charel Muller absolviert derzeit ein BWL-Studium in Fribourg. Die anderen Mitglieder des neuen Komitees sind: Pascal Thinnes (Vizepräsident „Regroupement“, Tom Hetto (Vizepräsident „Représentation“), Nora Hansen (Vizepräsidentin „Information“), Jo Bauler (Kassenwart), Cindy Coelho (Sekretärin), Mirko Mack, IT-Verantwortlicher, Sven Bettendorf, Max Closener, Gilles Johann, Michel Logeling, Aurélie Nascimento, Nadja Poensgen und Géraldine Rissé.