LUXEMBURG
DANIEL OLY

Skodas Fabia R5 ist ein Sondermodell mit Rallye-Gen

Was macht ein Autohersteller, wenn er mit stolz geschwellter Brust Erfolg um Erfolg in den knallharten WRC-Rallye-Weltmeisterschafts-Rennen rund um den Globus einfährt? Ein kleines Kürzel in den Prospekt einführen, um Kunden weis zu machen, dass sie erprobte Rallye-Qualität gekauft haben, wenn sie ihren kleinen Diesel-Combi aus der Garage rollen lassen? Nein: Ein waschechtes Sondermodell mit Exklusivität - zumindest ein bisschen. Der Fabia R5 ward geboren.

Nur 35 R5 werden von Skoda für Luxemburg gebaut und verkauft, jeder Einzelne bekommt eine Seriennummer samt Zertifikat. Das hat aber einen wichtigen Haken: Das Sondermodell ist ab Werk nicht wie gewohnt konfigurierbar, eine andere Farbe außer dem serienmäßigen „Candy“-Weiß gibt es nicht. Immerhin hat der Kunde die Wahl, ob die 17 Zoll großen Felgen grasgrün oder doch lieber schwarz sein sollen. Auch die beim Testwagen angebrachten Streifen und Flaggen sind nicht Serie, sondern eine Wahl des Importeurs. Andere Extras gibt es aber nicht: Entweder ist es drin (Sportfahrwerk, Abstandstempomat, Rückfahrkamera, Bluetooth) oder eben nicht (Panoramadach). Verdammt nah an der Vollausstattung ist das Modell dann doch.

Seltene 7-Gang-DSG und 1.4 Liter TSI-Kombination

Die begrenzte, aber durchweg positive Auswahl zieht sich durch das ganze Modell: Unter der Haube wartet mit dem verbauten 1.4 Liter Turbobenziner nicht nur ein Motor mit knapp 40 Prozent mehr Hubraum als beim derzeitigen einzigen Standard-Benziner im Fabia-Sortiment (dem 1.0 Liter TSI), das Aggregat hat zudem auch einen Zylinder mehr in petto als der schon reichlich flinke „Normalo“. Das Resultat ist aber wider Erwarten nicht ein PS-strotzendes Kraftpaket mit mehr Leistung als Verstand: Skoda-typisch bringt der 1.4 TSI kraftvolle, aber gemäßigte 125 PS auf die Straße. Gemeinsam mit dem (auch nicht optionalen) 7-Gang-Automatikgetriebe ist das ein für den Fabia nicht käuflich zu erwerbendes Setup.

Damit lässt der R5 im normalen Straßenverkehr aber keine Federn; die Beschleunigung ist gut, auch auf der Autobahn und in den höheren Gängen ist der Motor noch spritzig genug, um Überholmanöver zu wagen. Das beweist, dass es nicht immer PS-Zahlen jenseits der 200-Schwelle sein müssen, um sich adäquat aus der Affäre zu ziehen. Und nicht nur namentlich erinnert das Sondermodell R5 an den Fabia R5, mit dem das Skoda-Werksteam seit 2015 schon 31 Siege in der Klasse WRC-2 (gegen Größen wie Mitsubishi, Ford oder Peugeot) einfahren konnte.

Mehr kleine Sportler bitte

Mit seinem serienmäßigen Bodykit, der sonst als Extra unter „Monte Carlo“ (übrigens eine Rallye, die der R5 dieses Jahr gewann) läuft, wirkt das für die Straße zugelassene Modell auch reichlich sportlich; an das 280 PS-Monster aus dem Rallye-Zirkus kommt es natürlich nicht heran. Dank etwas straffer gezogenem Fahrwerk fährt der R5 sich aber, wie es sein Äußeres vorgibt; reichlich sportlich, ohne aber zu halsbrecherischem Rasen zu verleiten. Für den Preis von knapp 18.999 (dank Ermäßigung, ansonsten 24.500) Euro wundert es daher nicht, dass alle 35 für das Großherzogtum vorgesehene Einheiten des Sondermodells schon verkauft wurden. Sowas aber auch!

Zum Schluss bleibt: Wünschenswert wäre es, dass Skoda auch in Zukunft weiter darauf setzt, die altbewährte RS-Formel auch wieder auf den Fabia anzuwenden. Das Herz, das früher immer für den mit einem 1.9 Liter Diesel(!)-Motor mit 130 PS schlug, machte bei der Ankündigung des Testwagens schon aufgeregt Rückwärtssaltos aus Freude, bevor ernüchternd verstanden wurde, dass es „nur“ ein begrenztes Sondermodell ist. Vielleicht macht der R5 ja bei den böhmischen Kumpeln Schule.