LUXEMBURG
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Roger Infalt bleibt Generalsekretär - Informationszugangsrecht bleibt Top-Thema

Luxemburg Der Presserat, das Organ der luxemburgischen Journalisten und Verleger, hat eine neue Präsidentin: die Journalistin Ines Kurschat (Association luxembourgeoise des journalistes professionnels) wurde gestern bei der konstituierenden Versammlung zur Nachfolgerin von Paul Peckels für eine Mandatsdauer von zwei Jahren gewählt. Der Präsidentenposten wird alle zwei Jahre abwechselnd von einem Verlegervertreter und einem Journalistenvertreter besetzt. Da sich bei den Verlegern kein Kandidat für den Generalsekretärsposten fand, wurde der bisherige Generalsekretär Roger Infalt auf seinem Posten bestätigt.

Während der Mandatsperiode 2014-2016 arbeiteten Infalt - damals als Präsident - und Kurschat - damals als Generalsekretärin - bereits eng zusammen. Der scheidende Präsident Paul Peckels zog Bilanz der letzten beiden Jahre, wobei er die Gutachten des Presserats zu diversen Gesetzesprojekten erwähnte („Antiterrorgesetz“, Transparenzgesetz....), die zahlreichen Unterredungen mit Medienminister Xavier Bettel unter anderem in punkto Einführung eines Fördersystems für die digitale Presse. Peckels bedauerte, dass man bei der Diskussion über das Informationszugangsrecht nach 13 Jahren leider keinen Schritt vorangekommen sei. Der Presserat hat mittlerweile selbst einen Gesetzvorschlag für die Verankerung des Informationszugangsrechts für Journalisten im Pressegesetz eingereicht. Sehr viel Zeit und Arbeit hat der Presserat in wichtige Projekte wie etwa die „Semaine de la Presse“ und den „Concours jeune journaliste“ in den Schulen Luxemburgs investiert, um die Schüler näher an die Medien und den Umgang mit Informationen. Für die neue Präsidentin bleibt das Informationszugangsrecht eines der Hauptthemen. Zum Thema „Schutz der Whistleblower“ liege auch genug Diskussionsstoff vor, und auch in Sachen „Druck auf die Presse“, etwa von Seiten der Wirtschaft und auch der Politik solle man reagieren. Auch die Medienerziehung in den Schulen bleibt ganz oben auf der Agenda des Presserats, in dem übrigens zum ersten Mal Journalistenvertreter einer einzigen Berufsvertretung sitzen - ALJ, UJL und SJ-L hatten sich im vergangenen Jahr nach mehreren Anläufen zur „Association luxembourgeoise des journalistes professionnels - ALJP“ zusammengetan.

Nach den Wahlen setzt sich das Führungsgremium des Presserates nun wie folgt zusammen: Präsidentin: Ines Kurschat (ALJP); Generalsekretär: Roger Infalt (ALJP); Vizepräsidenten: Paul Peckels (Luxemburger Wort) und Bérengère Beffort (ALJP); Kassierer: Christophe Langenbrink (ALJP); Mitglieder: Luc Caregari (ALJP), Claude Karger (Lëtzebuerger Journal) und Emmanuel Fleig (Edita s.a.). Die Zusammensetzung der Vollversammlung und der verschiedenen Presserats-Kommissionen ist auf www.press.lu einsehbar.