PASCAL STEINWACHS

Waren das noch Zeiten. Da gestand ein blutjunger, dafür aber schon genau so grantig wie heute dreinschauender Jean-Claude Juncker vor 30 Jahren bei seiner Ernennung zum damals jüngsten Regierungsmitglied aller Zeiten der „Revue“ ein, wahrscheinlich der einzige Minister zu sein, „der noch nie in einem Flugzeug saß“. Seitdem ist viel passiert: Der Premierchef ist älter geworden, der Premierchef sitzt ununterbrochen in Fliegermaschinen, vor allem aber ist der Premierchef immer noch Minister.

So richtig eingeweiht in die hohe Kunst der Politik wurde Juncker seinerzeit übrigens vom seinerzeitigen Premierchef Pierre Werner, der Jung-Juncker an dessen Tag der Vereidigung mit auf den Weg gab, sich nichts auf seine Regierungszugehörigkeit einzubilden, könne er doch abends schon wieder draußen sein. Seitdem ist Juncker jederzeit zum Absprung bereit und lebt in einem andauernden Provisorium. Ein Provisorium, das nun immerhin schon 30 Jahre andauert und bis zum Jüngsten Tag dauern könnte, will der Premierchef dem Land doch auch in Zukunft erhalten bleiben. Kommissionspräsident will Juncker nämlich definitiv nicht mehr werden, wie er Dienstagabend auf Phoenix sagte. Die Hoffnung stirbt zuletzt...