BERLIN/OBERPFAFFENHOFEN
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Franzosen halten an Allianz mit General Motors und Opel fest

Trotz der Irritationen über die Rolle der Pariser Regierung hält der französische Autobauer PSA Peugeot-Citroën an seiner Allianz mit dem US-Konzern General Motors (GM) und dessen Europatochter Opel fest. Zudem will das Unternehmen
verloren gegangenen Boden zurück erobern und seine
Abhängigkeit von den traditionellen westeuropäischen Märkten senken.

„Die Kooperation läuft nach Plan“, sagte Peugeot-Chef Maxime Picat der „Welt am Sonntag“ über die Zusammenarbeit mit GM. „Was wir angekündigt haben, haben wir auch umgesetzt.“ Geplant seien weiterhin drei Klein- und Kompaktwagen und ein Mittelklasse-Modell.

Zugleich bekräftigte Picat, dass GM der richtige Partner für PSA sei. „Wir stehen vor vergleichbaren Schwierigkeiten, und wir haben dieselben Ziele“, erklärte der Manager. Picat entgegnete damit Spekulationen, wonach GM die Gespräche über die Zusammenarbeit auf Eis gelegt habe und PSA unzufrieden mit ersten Ergebnissen sei.

Neues Einstiegsmodell für Schwellenländer

Zugleich zeigte sich Picat optimistisch für die Zukunft außerhalb der angestammten Märkte. „Wir werden bis 2015 deutlich mehr als die geplanten 50 Prozent unseres Gesamtabsatzes außerhalb von Westeuropa erzielen und wollen in den Wachstumsregionen mittelfristig 60 oder 65 Prozent unseres Volumens absetzen“, sagte er dem Branchendienst „Automobilwoche“. Gerade bringt Peugeot die neue Einstiegs-Limousine 301 in der Türkei auf den Markt. Zunächst soll das Modell nur in China, Lateinamerika und Nordafrika angeboten werden.

Im ersten vollen Verkaufsjahr 2014 peilt Peugeot damit nach Picats Worten ein Volumen von 150.000 Einheiten an - damit wäre der 301 nach dem 208 und 308 das drittwichtigste Modell der Marke.

Hauptmarkt soll China werden, wo Peugeot das neue Modell ab Ende 2013 auch in seinem Werk Wuhan bauen will. Für alle anderen Absatzmärkte jedoch der 301 im spanischen Werk Vigo gefertigt. Zuletzt hatte die französische Regierung für Unruhe unter den PSA-Partnern aus Amerika und Deutschland gesorgt, als sie der PSA-Autobank mit Bürgschaften über sieben Milliarden Euro half. Damit waren Befürchtungen aufgekommen, der Staat könnte im Gegenzug den Abbau von Arbeitsplätzen bremsen.

GM-Manager wurden mit den Worten zitiert, man könne nicht eng mit PSA zusammengehen, wenn das „nur einen Abbau bei Opel bedeutet“. Picat sagte nun, dass es „keine Änderung“ der Pläne gebe. PSA hatte angekündigt, rund 8.000 Jobs und ein Werk bei Paris zu streichen.