LUXEMBURG
JEFF KARIER

„Centre de Musiques Amplifiées“ zog Bilanz und weihte neue Räumlichkeiten ein

Am Donnerstag wurde die Bilanz des „Centre de Musiques Amplifiées“ präsentiert zu dem zum einen die Rockhal und zum anderen das Rocklab gehört. Während der Präsentation wurde erneut die sinnvolle und einander gut ergänzende Arbeitsteilung der beiden Arme des CMA deutlich. So ist die Rockhal hauptsächlich Konzertveranstalter und das Rocklab unterstützt und berät lokale Künstler.

Das Jahr 2017 konnte mit einem guten Finanzergebnis abgeschlossen werden. Das CMA verzeichnet einen Umsatz von 9.702.352,33 Euro, wobei das Kulturministerium 2.592.598 Euro beisteuerte. Dem gegenüber stehen 1.411.257,73 Euro Fixkosten und 2.558.176,35 Euro Personalkosten. Unterm Strich hat das CMA einen Gewinn von 407.758,77 erzielt, der laut Olivier Toth, CEO der Rockhal zum Teil in die Renovierung und Modernisierung der Rockhal fließen soll.

Konzerte von großen und kleinen Künstlern

Insgesamt wurden 161 Veranstaltungen organisiert zu denen rund 220.000 Besucher kamen. In der „Main Hall“ sowie in der „Box“ waren es 56 Veranstaltungen von denen 31 von der Rockhal und die restlichen 25 von Externen organisiert wurde. Hier fanden vor allem Konzerte von großen Namen wie Sting oder internationale Durchstarter wie „Rag’n’Bone Man“ statt.

Konzerte von kleineren oder aufstrebenden Künstlern gab es im „Club“ (68) und „The Floor“ (16). In dem Zusammenhang traten hier auch Künstler im Rahmen der europäischen Plattform „Liveurope“, zu deren Gründungsmitgliedern die Rockhal gehört, auf. „Liveurope“, ermöglicht es jungen europäischen Künstlern, im Ausland aufzutreten und ein breiteres Publikum zu erreichen sowie den einzelnen Veranstaltern ein breites und frisches Programm zu bieten. 2017 waren es 72 Künstler, die in diesem Rahmen in der Rockhal auftraten.

In dieser Konsequenz legt das CMA großen Wert auf Vielfalt im Programm. So wurde etwa im Rahmen des „Luxembourg City Film Festivals“ die „Video Clip Night“ und Veranstaltungen wie die „Foire aux disques“ oder „Sneakermess“ organisiert. Einen besonderen Stellenwert nimmt dabei das „Sonic Visions“-Festival ein, das neben interessanten Künstlern auch Konferenzen, Workshops und mehr anbietet und eine große Rolle bei der Entwicklung der nationalen Musikszene und deren Vermarktung nach außen spielt. So besuchten rund 600 Professionelle und Künstler der nationalen wie internationalen Musikszene das Festival.

Das Rocklab seinerseits hat 2017 eine ganze Reihe an Projekten begleitet sowie Events organisiert und viele Künstler nutzen die Infrastrukturen des Rocklab wie etwa die Proberäume oder das Studio.

Dieses Angebot wurde nun mit neuen Räumlichkeiten, einem „Work Space“ für Musiker und andere kreative Menschen, erweitert, der am Donnerstag auch im Beisein des Staatssekretärs für Kultur, Guy Arendt, eingeweiht wurde. Dieses Angebot kann man durch eine Mitgliedschaft nutzen und hat dabei nicht nur Zugriff auf Computer und Konferenzräume, sondern auch auf eine umfassende Bibliothek und Musiksammlung. Letztere umfasst laut Sam Reinard, Verantwortlicher des Rocklab, mehr als 5.700 luxemburgische Musikproduktionen. Zwei der durch das Rocklab geförderten Künstler zeigten zur Einweihung der neuen Räumlichkeiten auch ihr Können. Der junge Rapper „Maz“ gab in einem der Proberäume ein Konzert, bei dem er zeigte, welche Energie und Ausdruckskraft in ihm steckt „Edsun“ machte den „Work Space“, die Gänge und das Studio zu seiner Bühne und gab eine eindrucksvolle Performance mit Gesang und Tanz.

Blick in die Zukunft gerichtet

Für 2018 und darüber hinaus sollen weitere Initiativen und einige Zusammenarbeiten folgen. Etwa mit dem „Grund Club“, der mit seinen „Open Mics“ jungen Musikern eine Bühne bietet, sich auszuprobieren. Entsprechende Konzerte sollen künftig auch in der Rockhal stattfinden und es soll einen Austausch geben. Außerdem soll das Programm für Jugendliche und Kinder weiter ausgebaut werden, wie etwa die Zusammenarbeit mit dem „Service de Coordination de la Recherche et de l’Innovation pédagogiques et technologiques“ veranschaulicht.