LUXEMBURG
LJ

Mit „Next“ versuchen die „No Man’s Sky“-Entwickler, bei den Spielern Boden gut zu machen

Geht man nur nach den Reviews auf der Spielevertriebsplattform Steam, dann war die Mission von Entwickler und Publisher „Hello Games“ ein voller Erfolg. Im Hier und Jetzt stehen dort über 8.000 neue positive Reviews gemischten 89.000 gegenüber. Seine polarisierende Wirkung auf die Spielerschaft hat das Weltraumerkundungsspiel gleich nach dem Release vor zwei Jahren bewirkt. Zwar fühlten sich viele Spieler in dem Universum der britischen Entwickler auf Anhieb wohl, doch gefühlt überwogen Enttäuschung und Frust - der aufgrund des immensen Hypes zum Teil auch selbstverschuldet gewesen sein mag.

Holpriger Spielstart

Zur Besänftigung der zweiten Kategorie liefert das Studio nun den lang ersehnten Mehrspielermodus nach. Andere Spieler zufällig anzutreffen soll ebenso möglich sein wie das gemeinsame Erkunden von Galaxien in kleinen Gruppen. Durch den Basisbau eröffnen sich ebenfalls neue Möglichkeiten. Auch beim Crafting stehen Änderungen ins Haus, die aber nur bedingt positiv sind. Denn so nötig wie diese Erweiterungen auch sind, mit cleverem Spieldesign hat zumindest der Spielstart wenig zu tun. Wer auf Survival spielt (andere Spielmodi sind Creative, normal und Permadeath), muss sich erst einmal daran gewöhnen, dass auf einem völlig unspielbaren Planeten zu starten absolut normal ist und mehrere Neustarts erforderlich sind, bis man sich unter halbwegs hinnehmbaren, wenngleich fordernden Bedingungen an die Reparatur seines Raumgleiters machen kann. Spielmechanisch bleibt hier fast alles beim Alten. Per Laserstrahl atomisieren wir Felsen, Pflanzen und Mineralien in wertvolle Bausteine, aus denen wir dann Treibstoff, Werkzeuge oder andere Dinge herstellen. Dabei müssen verschiedene weiterverarbeitende Maschinen zum Einsatz kommen, was angesichts der Heerschar an Eingabemöglichkeiten per Maus und Tastatur intuitiv über die Bühne geht und zudem mehr in Arbeit ausarbeitet als in Spaß. Diesen entfaltet „No Man´s Sky“ indes beim Erkunden der prozedural generierten Welten, einem Mechanismus, den die Entwickler ebenfalls verbessert haben. Auf staubigen Monden und bunten Planeten begeben wir uns auf die Suche nach Artefakten, erledigen Aufträge für die Bewohner oder handeln uns auf den Raumstationen ein Vermögen ein, das wir allerdings genauso schnell wieder, etwa für größere Schiffe, los sind. Oder wir folgen der bereits im August 2017 eingeführten etwa 30-stündigen Kampagne, die sich allerdings schnell als bessere Schnitzeljagd entpuppt. Dann organisieren wir doch lieber unsere Handelsexpeditionen, verbessern unsere Aufrüstung und erforschen unbekannte Galaxien. Ob das wirklich lange motiviert? Das muss jeder für sich herausfinden.

„No Man’s Sky“gibt es für PC, PS4 und Xbox One. Erhältlich ab 30 Euro.