LUXEMBURG
NORA SCHLEICH

Atomic Rocket Seeders starten ihr ambitiöses Projekt - Heute Abend live im Hariko

Nach einem halben Jahrzehnt der Planung ist es nun endlich soweit. Die Atomic Rocket Seeders (ARS), zusammengestellt aus Thierry Hames (26) am Bass, Pascal Benci (32) an den Drums und Tap Porcedda (32) als Sänger und Gitarrist, haben erste Konzerte gegeben, starten Soundaufnahmen und sind Feuer und Flamme, ihr anspruchsvolles Musikprojekt weiter voran zu bringen. Was an dem Konzept der Band so besonders ist, erklärt uns Tap Porcedda aus Belval im Interview.

Wer sind die Atomic Rocket Seeders?

TAP PORCEDDA Wir drei haben alle schon Erfahrungen in der Musikwelt gesammelt. Thierry ist Soundingenieur, Pascal hat schon auf vielen Konzerten im In- und Ausland gespielt, und auch ich habe schon an einigen Projekten teilgenommen. Bühnenerfahrung und eine Ahnung vom Bandleben hat unser Trio also schon. ARS ist nun ein eigenes Musikprojekt: Das Konzept besteht darin, Musik mit so vielen Einflüssen wie möglich zu machen. Kern bleibt immer Rock-Metal, aber ansonsten kann total kompromisslos alles miteinander vermischt werden. Ich habe das Gefühl, dass viele Bands ihre bestimmte Nische nicht verlassen. Das ist schade, man kann Musik mit vielen Kulturen verbinden. Wir sind bluesy, jazzy, haben auch mal was von den 70s, oder auch Stoner Rock-Elemente, alles kann reinkommen.

Was hat es mit dem Bandnamen auf sich?

TAP Die Mentalität der Band spiegelt sich gut im Namen wieder. Unsere sozialkritischen Texte wollen auf Kontroversen aufmerksam machen. Wie jemand, der Atombomben säht, soll unsere Musik einen Impakt haben - natürlich ist das Symbol der Atombombe hier nicht zu ernst zu nehmen. Aber das, was wir ansprechen, soll auch wirksam sein und gehört werden, wir werden mit wichtigen Themen nicht oberflächlich im Background bleiben.

Gab es Schwierigkeiten, das Projekt auf die Beine zu stellen?

TAP Die Hauptidee des Projektes gibt es schon seit fünf Jahren. In dieser Zeit haben wir gut 30 Leute getestet, nur um die richtige Konstellation zu finden. Es muss nämlich nicht nur musikalisch passen. Wir brauchen jemanden, der sich auch musikalisch-kulturell gesehen nicht nur auf einen Stil fixiert. Ein allgemeines Problem ist jedoch auch, dass sich viele Leute nicht mehr viel Zeit für ein Hobby nehmen. Es ist daher enorm schwer, regelmäßige Proben zu organisieren, die aber nötig sind, um überhaupt etwas Seriöses erreichen zu können. Den ausgewogenen Mix von Leuten zu finden, mit denen sich arbeiten ließ, war für uns echt schwer. Deswegen hat es auch so lange gedauert. Endlich haben wir aber jetzt ein Trio zusammengestellt. Bis jetzt haben wir noch keine Songs offiziell rausgebracht. Es gibt aber zwei Stücke, die wir bei einem Live-Konzert aufgenommen haben. Diese haben wir auf unserer Facebook-Seite online gestellt. Die Leute können sich daher schon ein Bild von uns machen. Wir sind aber momentan im Aufnahmeprozess, sodass bald die ersten Studioversionen kommen werden.
Was wollt ihr übermitteln?

TAP Rock-Metal sehe ich als „schlaue Rebellion“ an. Ich kann meine Rebellion in einer musikalischen Kunstform ausdrücken, bei der Rock-Metal den aggressiven Kern darstellt. Da das Dasein aber mehr ist, muss man stets dafür offen sein, die anderen Elemente des Lebens auch mit aufzunehmen. Liebe, Spaß und alles, was einen bewegt, soll auch übermittelt werden. Das Kritische wird vom Rock-Metal beschrieben, um die Vielfalt der anderen Themen ausdrücken zu können, bringen wir dann weitere Musikrichtungen mit ein.

Wie entstehen eure Songs?

TAP Wir probieren, so viele Schreibweisen zu nutzen, wie es nur möglich ist. Dadurch erhält man direkt mehr Abwechslung. Irgendjemand von uns hat eine Grundidee, schreibt sie entweder für sein Instrument oder summt sie den anderen vor, und wir produzieren dann gemeinsam etwas dazu. Wir bauen darauf auf, und lassen den Song immer wieder Veränderungen durchlaufen. Das kann auch schon mal zwei Jahre dauern, bis wir das musikalisch interessante, gewünschte Resultat erreichen. Momentan proben wir mindestens einmal die Woche in der Rockhal.

Was stellt den Kick bei Konzerten dar?

TAP Das Wichtigste bei einem Konzert ist für mich zu sehen, dass jemand Freude an meiner Kreation hat. Auch wenn das nur eine einzige Person im Saal ist, reicht das schon! Das ist der Hauptgrund, warum ich überhaupt Musik mache. Es ist mir wichtig, Emotionen wachzurufen, denn es ist auch genau das, was ich so an der Musik schätze. Ich selbst kann stundenlang am Tag Musik hören, wenn sie mich bewegt. Das hilft mir sehr viel, und deswegen will auch ich mit meiner Musik dazu beitragen, unseren Zuhörern eine Message und ein gutes Gefühl zu vermitteln.

Wie sieht die Zukunft der Atomic Rocket Seeders aus?

TAP Eine logische Konsequenz unseres Werdegangs ist, dass wir eine CD rausbringen wollen. Thierry, der Sound-Engineering studiert hat, ist dabei ganz klar eine große Hilfe. Wir werden auch mehr Konzerte spielen, mehr Lieder schreiben, und auch weiter im Ausland auftreten, darunter sind Gigs in England und in der Ukraine geplant. Wir freuen uns darauf, uns mit Künstlern aus anderen Ländern austauschen zu können. In Luxemburg werden wir als nächstes heute Abend mit Neighborhood Watch, Blanket Hill und Straight Opposition im ROCAS im Hariko auftreten.


Weitere Infos auf der Facebook-Seite

facebook.com/AtomicRocketSeeders