HAMBURG
DPA

Weltkonjunktur treibt die Preise für viele Industrierohstoffe

Die gute Weltkonjunktur hat die Preise für Rohstoffe in diesem Jahr in die Höhe getrieben. Nach dem Rohstoffindex des
Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts (HWWI) verteuerten sich vor allem Energie wie Öl und Gas sowie Rohstoffe, die von der Industrie für die Fertigung benötigt werden wie etwa Metalle.

Damit steigen nicht nur die Preise für Benzin und Diesel an der Tankstelle sowie Heizöl. Tendenziell werden auch Industriegüter eher teurer, wobei die Rohstoffkosten hier meist keine dominierende Rolle gegenüber anderen Kosten spielen. Die gute Nachricht für den Verbraucher: Die Preise für Agrargüter sind stabil geblieben, teilweise gesunken. Die Ernten waren gut.

Steigende Nachfrage aus China

„Wir beobachten einen Preisanstieg in der zweiten Jahreshälfte, der vor allem auf die Nachfrage aus China zurückzuführen ist“, sagte die HWWI-Expertin Katrin Knauf. Zum Jahresende beschleunigte sich der Preisauftrieb. Im November erhöhte sich der HWWI-Index zum fünften Mal in Folge und mit der höchsten Wachstumsrate in diesem Jahr. Der Index für alle Rohstoffe stieg um 7,4 Prozent auf 116,5 Punkte (in Dollar), wobei der größte Teil des Anstiegs auf Energierohstoffe wie Öl und Gas zurückzuführen war. Insgesamt liegt der Index um 18,6 Prozent über dem gleichen Zeitpunkt des Vorjahres.

Nichteisen-Metall wie Kupfer, Zinn oder Nickel wurden im Verlauf von zwölf Monaten um 22 Prozent teurer. Dabei spielen auch spekulative Elemente eine Rolle. Im November stieg zum Beispiel der Preis für Nickel am Anfang des Monats sprunghaft an, beruhigt sich dann aber wieder und landete am Ende bei plus 5,9 Prozent. Hintergrund: Nickel ist ein wesentlicher Rohstoff in der Produktion von Lithium-Ionen-Batterien für Elektroautos. Und der rasante Preisanstieg basierte auf einem optimistischen Ausblick für die Entwicklung der E-Mobilität.

Sinkende Preise bei Nahrungsmittel

Nahrungs- und Genussmittel verbilligten sich innerhalb von zwölf Monaten um 8,3 Prozent und sind sogar noch günstiger als 2015. Selbst eine starke chinesische Nachfrage nach Kakao und Schokolade trieb den Preis nicht signifikant in die Höhe.