PASCAL STEINWACHS

Wow! So was nennt sich dann wohl „embedded journalism“, war einer der beiden Chefredakteure des „Tageblatt“ (derjenige, der noch nicht in der Erzbistumszeitung war) doch am vergangenen Freitag quasi live dabei, als Luxemburgs Chefdiplomat dem italienischen Rechtsaußen Salvini - mehr als zu Recht! - ein fuchtsteufelswildes „allez, allez“ und ein wutschnaubendes „merde, alors!“ entgegenschmettert.

Quasi, hat der Journalist Jean Asselborn doch erst „nach seiner Rückkehr in Luxemburg“ im Außenministerium getroffen („Der Mittag nach ‘Merde alors’“), aber da war dieser, „der oft undiplomatische Hausherr“, immer noch so wütend, dass seine Augen rot leuchteten („die Augen leuchten rot“). Trotz seiner roten Augen - „es ist eine Mischung aus Erkältung, Wut und Müdigkeit“ - ist der auf seine politische Zukunft angesprochene Asselborn aber noch fähig, einigermaßen klar zu denken: „Das Land kann ohne mich als Außenminister leben und ich kann ohne Außenminister-Amt leben. C‘est tout“. Dann wird er jedoch nachdenklich: „Nach dem Außenminister ... das Leben geht ja weiter. Die Räder des Fahrrads sind immer noch rund, die Berge noch immer da (...)“. Wie wär‘s denn mit Memoiren schreiben...