LUXEMBURG
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Vier Fragen an Bildungsminister Claude Meisch und Handelskammer-Generaldirektor Carlo Thelen

Die Studienzeit prägt. Das wissen nicht nur die Studierenden, die in diesen Tagen ihre Erfahrungen mit Noch-Schülern teilen, sondern auch all jene, deren Studium schon etwas länger zurückliegt. Der geschäftsführende Bildungsminister Claude Meisch und Handelskammer-Generaldirektor Carlo Thelen blicken auf ihre Studienzeit zurück - und geben angehenden Studenten den einen oder anderen Ratschlag mit auf den Weg.

Wo haben Sie studiert, was und weshalb?

Claude Meisch Ich habe in Trier Wirtschaftsmathematik studiert. Trier, weil dieser Studiengang dort angeboten wurde und Wirtschaftsmathematik, weil mich diese Materie fasziniert hat und ich später am Finanzplatz arbeiten wollte.

Was ist Ihnen aus ihrer Studienzeit am besten in Erinnerung geblieben?

Meisch Natürlich die Unabhängigkeit, endlich erwachsen zu sein auf der einen Seite, aber auch eine neue Welt mit vielen interessanten Menschen kennengelernt zu haben.

Was war Ihr erster Arbeitsplatz und was hat Sie dabei am stärksten geprägt?

Meisch Ich habe für meine Diplomarbeit ein Praktikum bei einer Bank in Luxemburg gemacht und bekam kurze Zeit später eine Stelle im Riskmanagement vorgeschlagen. Am stärksten geprägt hat mich, dass die Berufswelt eine ganz andere ist als die akademische Welt.

Was würden Sie Studenten heute besonders mit auf den Weg geben?

Meisch Ich rate jedem jungen Menschen, das zu studieren, was seinen Talenten und seinen Interessen entspricht, gleichzeitig sich nicht auf das Studium zu beschränken und möglichst viele unterschiedliche Erfahrungen zu sammeln. Auch daran wächst man als Mensch.

Lëtzebuerger Journal

Wo haben Sie studiert, was und weshalb?

Carlo Thelen Mein Interesse für die Wirtschaftswissenschaften wurde schon sehr früh geweckt. Deshalb habe ich nach dem Abschluss meiner „Première D“ im hauptstädtischen Athenäum, ein Wirtschaftsstudium an der Universität UCL in Louvain absolviert.

Was ist Ihnen aus ihrer Studienzeit am besten in Erinnerung geblieben?

Thelen Über das Fachwissen hinaus, welches man sich während des Studiums aneignet, bringt der Aufenthalt im Ausland auch neue persönliche Erfahrungen mit sich. Man lernt nicht nur ein neues Umfeld und neue Kulturen kennen, sondern auch viele Menschen mit sehr unterschiedlichen Hintergründen. So baut man während der Studienzeit zu einigen Kommilitonen dann auch ganz besondere Beziehungen auf. Ich bin zum Beispiel heute noch mit vielen ehemaligen luxemburgischen, aber auch ausländischen Studienkollegen auf freundschaftlicher und oft auch professionneller Ebene verbunden.

Was war Ihr erster Arbeitsplatz und was hat Sie dabei am stärksten geprägt?

Thelen Wirtschaft nicht nur verstehen, sondern auch aktiv mitgestalten, das war von Anfang an mein Interesse. Ich hatte dann das Glück als junger Wirtschaftswissenschaftler gleich in der Wirtschaftsabteilung der Handelskammer anzuheuern. Hier konnte ich mein theoretisches Wissen in die Praxis umsetzen, mich für ein unternehmensfreundliches und -förderndes Umfeld einsetzen und mich weiterbilden. Der direkte Kontakt zu den Unternehmen ist mir seit jeher dabei besonders wichtig. Auch heute in meiner Rolle als Generaldirektor besuche ich wöchentlich in Luxemburg ansässige Unternehmen, um mehr über ihre Bedürfnisse zu erfahren, damit sich die Handelskammer noch verstärkter für sie einsetzen kann.

Was würden Sie Studenten heute besonders mit auf den Weg geben?

Thelen Das Studium soll zukunftsorientiert und inspirierend sein und den persönlichen Interessengebieten entsprechen, aber auch berufliche Perspektiven bieten.

Deshalb bin ich der Auffassung, dass man sich stetig über das wirtschaftliche und gesellschaftliche, sowie nationale und internationale Geschehen auf dem Laufenden halten und versuchen soll, diese Entwicklungen wenn möglich auch in die Studienwahl miteinzubeziehen. Die luxemburgischen Unternehmen bieten eine Vielfalt an Entfaltungsmöglichkeiten und Berufsbildern an, nur muss man diese auch kennen.

Deshalb sollten Schüler und Studenten schon sehr früh damit anfangen, Praktika oder Studentenjobs in Unternehmen zu absolvieren oder auch an den in vielen Lyzeen angebotenen Projekten teilzunehmen, welche einen Einblick in die Wirtschaft und die Unternehmensgründung bieten.

Welche Studiengänge gefragt sind

Nachgehakt beim CEDIES

Das Dokumentations- und Informationszentrum für Hochschulstudien CEDIES erhält neben üblicheren Fragen etwa zur Anerkennung von Studiengängen, oder ob Beihilfen für eine Studienwahl infrage kommen, auch spezifische Fragen zu Studiengängen. Auf Nachfrage im Hochschulministerium bekamen wir als Antwort, dass die Mitarbeiter des CEDIES viele Fragen zu Studiengängen im sozialen Sektor (Psychologe, Erzieher, Sozialarbeiter), im Bereich Medien und Kommunikation, im Bereich Management und Verwaltung, zu paramedizinischen und Gesundheitsberufen sowie zum Bereich Bildung (Grundschul- und Sekundarschullehrer) erreichen. Eine praktische Information besonders für angehende Studierende: Wer in diesem Wintersemester sein Studium aufnimmt, muss die vollständige Studienbeihilfenanfrage bis spätestens 30. November beim CEDIES einreichen. CB

   Den Studienbeihilfenrechner sowie viele weitere Informationen gibt es unter cedies.public.lu