LUXEMBURG
MARCO MENG

Zusammenarbeit bei der SpaceResources.lu-Initiative beschlossen

Russland beteiligt sich an der luxemburgischen Initiative SpaceRecources.lu. Das gab gestern das Wirtschaftsministerium bekannt. Wirtschaftsminister Etienne Schneider hat dazu in Moskau eine Vereinbarung besiegelt, die die wissenschaftliche Zusammenarbeit im Weltraumsektor fördern soll.

Am Mittwoch führte Schneider die Delegation aus dem Großherzogtum bei der XI. Sitzung der Kommission für wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen der Belgisch-Luxemburgischen Wirtschaftsunion (BLEU) und der Russischen Föderation, begleitet von Vertretern der luxemburgischen Handelskammer.

Zu den Diskussionen im gemeinsamen Ausschuss gehörten die Stärkung der Zusammenarbeit im Bereich der Innovation und die Identifizierung von Synergien in einer Vielzahl von Wirtschaftsbereichen, wie das Wirtschaftsministerium mitteilt. Um die gemeinsame Forschung und Entwicklung neuer Technologien zu konsolidieren, haben Schneider und sein russischer Amtskollege, der stellvertretende Ministerpräsident Dmitrij Rogosin, beschlossen, einen „Rat für wissenschaftlich-technische Zusammenarbeit“ ins Leben zu rufen zu den Themen Umwelttechnologien, Bergbautechnologien unter extremen Bedingungen sowie Weltraumtechnologien. Nach China, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Japan und Portugal ist die Russische Föderation damit das sechste Land, das mit der SpaceResources.lu-Initiative mit Luxemburg kooperiert. Im Gegensatz zu dem Abkommen mit Peking soll aber der Text mit Russland keine Einrichtung eines Forschungszentrums in Luxemburg vorsehen. Dennoch ist Forschung und Entwicklung bereits heute zwischen Russland und Luxemburg ein Thema: Das russische Unternehmen OCSiAl will für 100 Millionen Euro in Differdingen eine Fabrik bauen, um hier Kohlestoffnanoröhren zu produzieren

Am Rande der gemeinsamen Kommission BLEU-Russland wurde eine Vereinbarung zwischen der luxemburgischen Agentur für Forschung und Innovation, Luxinnovation, und dem russischen Innovationszentrum, der Skolkowo-Stiftung, unterzeichnet mit dem Ziel der stärkeren Zusammenarbeit im Bereich Innovation und neue Technologien.

Rogisin erwähnt Erdgasförderung

Laut russischen Medien sagte Russlands Vizepremier Rogosin, da Belgien bereits ein Verbraucher von russischen LNG sei (verflüssigtem Erdgas), und Luxemburg Interesse an Hochtechnologie sowie großes Investitionspotenzial habe, seien es die richtigen Partner in Bezug auf nicht nur das Thema LNG, sondern auch in Bezug auf die Technologie-Entwicklung der arktischen Gas-Exploration. Er wies dabei auf die Entwicklung der russischen Atomeisbrecher-Flotte hin „die auch Gerätetechnik verwenden könnte, die in Europa geschaffen wird, vor allem in Belgien und Luxemburg.“ Laut der russischen Wirtschaftszeitung „Kommersant“ unterstrich Rogosin, dass trotz bestehender EU-Sanktionen der Handelsumsatz zwischen Russland und Luxemburg im Jahr 2017 um 16,9 Prozent gestiegen sei. Für Mai kündigte er die Veranstaltung eines Seminars über die Kommerzialisierung von Weltraumdiensten an.