LUXEMBURG
SOPHIA SCHÜLKE

Wenn die Masterarbeit ins All fliegt - Uni Luxemburg startet neues Projekt „LuxCube“

Was ist klein, wiegt etwas mehr als ein Kilo, fliegt bald durchs All und kommt von der Uni Luxemburg? Ein Mini-Satellit, den Ingenieurstudenten gemeinsam mit ihren Professoren und spezialisierten Firmen bauen werden. Das kann als Thema für die Bachelorarbeit geschehen, für den Master, im Rahmen eines Praktikums oder als freiwillige Arbeit: Studenten der Uni Luxemburg können nicht nur ihren eigenen Satelliten entwerfen und bauen, sondern auch die so gesammelten Daten verwerten. Der Satellit soll am Ende in 500 Kilometer Höhe fliegen und Bilder von Luxemburg liefern.

Auf dem Campus Kirchberg wurde gestern Nachmittag „LuxCube“, das erste studentische Projekt dieser Art in Luxemburg, vorgestellt. Das Projekt um einen sogenannten „CubeSat“ soll Studenten praktische Erfahrungen im Satellitenbau vermitteln. Sie sollen lernen, Hardware für das Weltall zu entwerfen, zu bauen, zu testen und zu betreiben. Einmal in der Umlaufbahn, soll der würfelförmige Mini-Satellit „LuxCube“ dann die Erdoberfläche, insbesondere Luxemburg, abbilden und Flugdaten auswerten. Möglich macht das die Zusammenarbeit mit dem Satellitenbauer Planet aus den USA und Gomspace. Das dänisch-schwedische Unternehmen Gomspace ist auf Nanosatelliten unter zehn Kilogramm Gewicht spezialisiert und nimmt an der luxemburgischen Initiative SpaceResources.lu teil.

Internationales Programm seit 1999

„,CubeSats‘ haben ein großes Potenzial, es können bis zu 16 Stück aneinander gedockt werden und ein System bilden“, erklärte Edder Rabadan Santana, Postdoc-Wissenschaftler der „Faculté des Sciences, de la Technologie et de la Communication“, den Studenten. Vorgesehen ist aber erst einmal ein „CubeSat“. Entwickelt und gebaut wird also kein großer Satellit, der an die 1.000 Kilogramm wiegt, sondern ein Nanosatellit. „Sie sehen vielleicht für einige wie ein Spielzeug aus, aber es ist eine hochkomplizierte Technik“, gibt Santana zu bedenken.

Nanosatelliten wiegen zwischen einem und zehn Kilogramm und gehören zu den Kleinsatelliten, welche nicht mehr als 500 Kilogramm auf die Waage bringen. Pionier im Bereich der Kleinsatelliten sind die beiden US-Unis „Stanford University“ und „California Polytechnic State University“, die „CubeSat“ 1999 als internationales Programm initiiert haben. Bei einem „CubeSat“ handelt es sich um einen Nanosatelliten, der einer Standardform entspricht: 10x10x10 Zentimeter und ein maximales Gewicht von 1,3 Kilo. Auch der „LuxCube“ hält sich an diesen Standard.

Nicht immer erfolgreich

Santana zählt die Vorteile der besonders kleinen Satelliten auf: Eben weil sie kleiner sind, sind sie billiger im Bau und im Betrieb, zudem ist das Risiko aufgrund der kleineren Größe ebenfalls geringer. In welchem Umfang sich die Studenten am Ende einbringen, ist ihnen überlassen, auch wenn Santana daran erinnert, dass Kontinuität dem Projekt wohltut.

Heute sind längst zahlreiche Nanosatelliten in der Umlaufbahn unterwegs. Die „Nanosatellite & CubeSat Database“ hat bis zum 11. August 2018 bereits 958 gestartete Nanosatelliten und 875 „CubeSats“ gelistet. Demnach besitzen bereits 58 Länder Nanosatelliten im All und in den kommenden sechs Jahren sollen mehr als 3.000 weitere Nanosatelliten in die Umlaufbahn gebracht werden. Die Datenbank berücksichtigt dabei nur den jüngsten Zeitraum seit 1998.

Allerdings sind nicht alle dieser kleinen Satelliten auch erfolgreich. Santana erklärt, dass zwischen 2000 und 2015 von 288 „CubeSat“-Missionen zwar immerhin 245 im Orbit gelandet sind. Doch von diesen 245 hat am Ende nur ein knappes Viertel die Mission vollständig ausgeführt.


Weitere Informationen unter www.luxcube.uni.lu