DIFFERDINGEN
JEFF KARIER

„Classic Workshop Luxembourg“ hat sich auf englische Marken spezialisiert

Der Geruch von Motoröl liegt in der Luft und aus der linken Ecke der Werkstatt erklingt das Geräusch einer Ratsche, begleitet von Männerstimmen. Wir befinden uns in der Oldtimer-Werkstatt von Jean-Jaques und Steve Zimmer. Beide faszinieren sich für Autos. So fährt Steve seit Jahren Rallye. Die Idee zur Werkstatt kam Vater Jean-Jaques und Sohn Steve eher spontan. „Als zwei Werkstätten, die sich auf Oldtimer spezialisiert hatte, zu etwa der gleichen Zeit aufhörten, wurden drei sehr erfahrene Mechaniker frei. Wir beschlossen daraufhin , diese in eine neuen Firma zu integrieren“, erklärt Steve Zimmer. Das war im September vergangenen Jahres. Seither kümmern sich Manfred Faust und Thomas „Willy“ Grün, um die Autos und Markus Vaartjesum um das Lager sowie die Ersatzteilbeschaffung.

Bevorstehender Ansturm

Untergebracht ist die auf „Classic Workshop Luxembourg“ getaufte Werkstatt auf dem Gelände des Unternehmens Jacques Streff in der „Zone d’Activites Gadderscheier“ in Differdingen. „Allerdings stoßen wir mit dem Platz bereits jetzt an unsere Grenzen“, meint Steve Zimmer. Zwar habe er bislang noch keinen Kunden deswegen abweisen müssen. Wenn ab etwa März das Wetter wieder wärmer wird und die Leute ihre Schätze auf vier Rädern aus der Garage holen, werden die Anfragen jedoch steigen. „Dann wollen die Kunden an ihren Oldtimern noch das ein oder andere machen lassen, damit sie wieder auf die Straße können.“ Daher ist Steve Zimmer auch auf der Suche nach einer größeren Werkstatt.

Damit die Kunden ihren Wagen im Winter oder bei schlechtem Wetter sicher und ohne Risiko vor Streusalz oder anderen Dingen in die Werkstatt bringen können, bietet „Classic Workshop Luxembourg“ einen überdachten Anhänger. „Unsere Kundschaft besteht zum Großteil aus Luxemburgern. Aber auch eine Reihe Kunden aus Deutschland kommen zu uns“, berichtet Steve Zimmer. Die Oldtimer-Szene in Luxemburg und im nahen Ausland ist recht groß. Daher ist auch der Bedarf an Werkstätten, die auf diese Autos spezialisiert sind, entsprechend hoch.

„Um sich von anderen Werkstätten absetzen und Oldtimerbesitzern den nötigen Service anbieten zu können, ist es wichtig, sich auf einige Marken zu spezialisiert. Bei uns sind das unter anderem MG, Triumph, Jaguar und Rolls-Royce. Also vor allem englische Marken - aber auch Mercedes, Ferrari und Alfa Romeo.“ Auf diese Marken ist auch das Ersatzteillager ausgelegt. „Besonders bei den Marken MG und Triumph ist unser Lager gut aufgestellt. Denn wir haben das Lager des ehemaligen Jhang’s MG Shops aufgekauft. Somit können wir sehr schnell auf die Bedürfnisse unserer Kunden bei diesen Wagen reagieren.“ Und wenn einmal ein Teil fehlen sollte, sei es laut Zimmer in der Regel innerhalb einer Woche da.

Mehr als nur Reparaturen

So finden auch immer wieder besondere Wagen den Weg in die Werkstatt in Differdingen. Ein Highlight war ein Rolls-Royce Phantom aus der Vorkriegszeit. Das war der älteste Wagen, den Zimmer bisher in der Werkstatt hatte. Die Grenze nach oben ist bis zum Baujahr 1995 gesetzt. „Ab da steckt in den Autos immer mehr Elektronik. Als Oldtimer-Werkstatt liegen unsere Stärken aber in der Mechanik. Der jüngste Wagen, den wir bisher hatten, war aus den 80ern.“

„Classic Workshop Luxembourg“ bietet laut Zimmer jedoch nicht nur Wartung und Reparatur von Oldtimern an: „Wir können auch als Gutachter Kunden beim Kauf eines Oldtimers beraten. Wir schicken in einem solchen Fall einen Mitarbeiter vorbei, der sich den Wagen ansieht und auch einschätzen kann, was möglicherweise an diesem für Arbeiten gemacht werden müssen.“ Außerdem kann die Werkstatt als Zwischenhändler auftreten und will auch zukünftig Oldtimer einkaufen, um diese herzurichten und anschließend zu verkaufen. Einen solchen eigens restaurierten Wagen wird „Classic Workshop Luxembourg“ kommenden Monat auf dem Autojumble in der Luxexpo präsentieren.


www.facebook.com/classicworkshop.lu