LUXEMBURGSVEN WOHL

Das Syn2cat ist mit ihrem Hackerspace erfolgreich umgezogen

Die Nachricht traf die Hackergemeinde Luxemburgs hart: Ohne Vorwarnung wurden die Hacker vom syn2cat im Mai von der Gemeinde Strassen vor die Tür gesetzt. Damit hatte der Hackerspace dort ein Ende gefunden und die Suche nach neuen Räumlichkeiten begann. Nun wurde der Hackerspace in Bonneweg, mitten in der Hauptstadt also, wieder eröffnet. Während die Lokalität sich verändert hat, bleibt es bei Mentalität und Konzept beim Gleichen.

Gerade angekommen

Die Kisten sind zwar noch alle verpackt, aber die Hackermentalität hat bereits Einzug erhalten. Wie eigentlich jede Großstadt hat Luxemburg damit sein Hackerspace wieder. Beim Wort „Hacker“ schrillen zwar bei vielen die Alarmglocken, doch Georges Kesseler, Präsident des Syn2cat, beschwichtigt: „Wir sind nicht die Bösen!“ So verstehen sie den Begriff „Hacker“ als ein Synonym für Bastler. Man möchte den Begriff wieder erobern und umbewerten. Die Ansichten gegenüber Hackern hätten sich in den vergangenen Jahren sowieso verstärkt zum Positiven gewandelt, da sind sich die Mitglieder einig.

Während die Technik eine große Rolle spielt, geht es im Hackerspace generell sozial zu: „Auch der soziale Aspekt ist für mich wichtig“, bestätigt Georges Kesseler und fügt hinzu, dass der gesamte Hackerspace auch generationsübergreifend funktioniert. „Da lernen etwa auch die Älteren die neuen Computersprachen“, erklärt er. Das jüngste Mitglied habe gerade einmal 15 Jahre, während ein Mitglied es über 50 Jahre schafft. Dennoch gibt es so etwas wie ein Nachwuchsproblem, denn mit 35 Mitgliedern ist der Hackerspace relativ klein.

Lernen, sich selbst zu helfen

Doch weshalb ist ein solcher Hackerspace überhaupt nötig? Eigentlich sei der Hackerspace ein Bereich, in dem man die verschiedensten Dinge erlernen kann. Dass es dabei oftmals um Computer geht, erübrigt sich, denn die meisten Menschen wissen nun einmal nicht, die jene Geräte funktionieren, mit denen sie jeden Tag arbeiten. Dabei gibt Kesseler schon zu, dass es sehr praktisch sei, die Geräte zu benutzen, ohne wissen zu müssen, wie diese eigentlich im inneren so ticken. Doch spätestens dann, wenn ein Gerät kaputt geht, sollte man sich darüber informieren, wie diese überhaupt funktionieren, meint das Mitglied Steve Clement. Da man dies nicht in der Schule lernt, kann man dies eben beim Syn2cat lernen. Dass Digital Natives leichter mit den Technologien umgehen kann, ändert nichts an der Notwendigkeit eines solchen Hackerspaces: „Digital Natives werden oft mit Technikaffinen verwechselt“, so David Raison, ebenfalls Mitglied der Vereinigung und von Anfang an mit dabei. So soll man beim Hackerspace unter anderem lernen, sich selbst zu helfen. Wer also einen virenverseuchten in den stets offenen Hackerspace reinschleppt, dem wird beigebracht, wie man das Ding von den Viren befreit.

Innovationshelfer

Als ein Positivbeispiel für Hackerspaces führen die Hacker 3D-Printer an: So gibt es diese Technologie schon seit längeren, doch war es ein Hackerspace in New York, welcher selbst ein solches Gerät mit billigeren Teilen baute und damit den Preis mächtig runter drückte. Mittlerweile kriegt man ein solches für den Preis von zwei Smartphones. In solchen Hackerspaces kommt es also durchaus zu Innovationen und auch neue Kontakte werden geknüpft. Ein kritisches Auge wirft man auf die Politik der Regierung, wo man gemeinhin eine wirkliche Unterstützung für den Bereich vermisst. Zwar begrüßen sie es, dass ein Fond für Start-Up-Unternehmen kommen soll, doch dies stellt kein Allheilmittel dar. „Es reicht nicht, mit der Cash-Kanone auf die Leute zu ballern“, so Steve Clement. Eher nötig sind Ideen, Innovationen und Ausbildung. Da helfe es auch nicht, den Studenten zu empfehlen, in Richtung IT zu studieren. „Die Studenten, die sich dafür interessieren, sollen es studieren gehen, sonst niemand!“, so Georges Kesseler.


Das nächste Event, Haxogreen findet übrigens vom 31. Juli bis zum 3. August statt. Mehr Infos auf haxogreen.lu