LUXEMBURG
DANIEL OLY

Ganzjahr-Weidebetrieb am Holleschbierg erfolgreich

Landwirtschaft im Einklang mit der Natur: Nach zwei Jahren wurde das Projekt einer ganzjährigen Mutterkuhhaltung in der Schutzzone „Léiffrächen“ am Holleschbierg bei Kayl und Tetingen verwirklicht, entsprechend wurde das Projekt des Landwirtschaftsministeriums und Umweltministeriums gestern gemeinsam mit Vertretern der Gemeinden, den Betreibern und der Naturverwaltung ANF gebührend gefeiert.

Das auch im Beisein der Rinder, die bereits seit vergangenen Jahr auf der rund 20 Hektar großen „Natura 2000“-Zone zwischen Kayl, Rümelingen und Tetingen grasen. Und das das ganze Jahr über. „Wir waren anfangs etwas skeptisch, als die ANF mit ihrer Idee an uns heran getreten ist“, gab die stolze Betreiberin Aline Peping gestern in ihrer Rede zu. „Aber es gab dann gemeinsam ausgearbeitet viele großartige Ideen, mit denen alle zufrieden sein konnten.“

Gemeinsam viel erreicht

Die Fläche gehört eigentlich dem Staat; aufgekauft wurde sie von dem Stahlriesen (damals noch der Arbed), bevor jetzt mit Unterstützung der ANF Zäune und Ställe errichtet wurden. „Die Prozedur, die Zone als Naturschutzzone auszuweisen, ist indes im Endspurt“, erklärte ANF-Chef Michel Leytem. Die gesamte Zusammenarbeit habe damit aber gezeigt, dass „Landwirtschaft und Naturschutz durchaus hand in Hand gehen“, betonte er. „Projekte wie dieses sind eine reale Chance zur Diversifikation.“

Das betonten auch Umweltministerin Carole Dieschbourg und Landwirtschaftsminister Fernand Etgen. „Projekte wie dieses gehen nur mit gegenseitigem Vertrauen“, meinte Etgen. „Aber sie sind Nutzung und Schutz zugleich.Davon profitieren alle: Landwirtschaft, Natur und Verbraucher gleichermaßen.“ Dieschbourg ergänzte: „Eine gesunde Landwirtschaft garantiert gesunde Lebensmittel und gesunde Natur. Hier schließt sich der Kreislauf, hier schaffen wir wieder Verbindung zum Nutztier“, sagte sie. So gehe effizienter Naturschutz. Etgen betonte auch: „Bauern dürfen nicht die Buhmänner beim Naturschutz sein, es geht nur gemeinsam. Wir müssen alle Nischen nutzen.“

Durch die Zusammenarbeit mit der Landwirtschaft werde zudem ein Teil des Drucks genommen, die ANF und die Ministerien stehen zudem mit Rat und Tat und reichlich Fördergeldern zur Seite. Das Projekt ist zudem eines von vielen: Rund 100 Betriebe arbeiten demnach derzeit mit der ANF zusammen, um ähnliche Projekte zu leiten. Der große Vorteil bei der ganzjährigen Mutterkuhhaltung soll indes eine massive Reduktion der Ausgaben sein: Keine Pestizide, keine teuren Gebäude, kein Dünger. Der Mehrwert entstehe durch eine bessere Fleischqualität, da die Rinder nicht künstlich gemästet werden. Als „Naturschutz-Fleisch“ soll die Ware dann verkauft werden. Damit das aber wirtschaftlich tragbar ist, werden staatliche Hilfen wohl oder übel bleiben. Kayls Bürgermeister John Lorent betonte denn auch, dass es sich auf den „Léiffrächen“ um einen besonderen Standort handle und die Gemeinde diesen deshalb auch in Zukunft im Auge behalte. „Wir wollen unter anderem dafür sorgen, dass es als Wasserschutzzone ausgewiesen wird“, unterstrich er.