SANDWEILER
PATRICK WELTER

Sandweiler Ratsmehrheit lehnt Fluglärmresolution ab

Da war dem Schöffenrat der Steuersäckel doch näher als des Bürgers Nachtruhe. Eine von den Oppositionsparteien DP und déi Gréng eingebrachte Resolution gegen eine Aufhebung des Nachtflugverbotes für den Flughafen-Findel fand keine Zustimmung, obwohl die Beschlussvorlage sich deutlich an der des hauptstädtischen Gemeinderates orientierte und auch die wirtschaftlichen Belange berücksichtigte. Mit sechs zu vier Stimmen wurde die Resolution von CSV und LSAP im Sandweiler Rat abgelehnt. Insbesondere das Verhalten der Sozialisten ist auffällig, da ihre hauptstädtischen Parteifreunde einer deckungsgleichen Entschließung zugestimmt haben.

Für den DP-Rat Dr. Claude Mousel ist diese Handlung unverständlich, da der Gemeinderat die Pflicht habe, die Interessen seiner Bürger zu verteidigen, selbst unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen
Interessen dürfe der Schöffenrat das Recht der Bürger auf Lebensqualität nicht negieren. Er plädiere deshalb dafür, das
Nachtflugverbot, mit den bisherigen
Ausnahmen, beizubehalten.

Obwohl Sandweiler außerhalb der Einflugschneisen liegt sind die Einwohner des Ortsteils Findel und auch zahlreiche Bewohner der Kernortschaft Sandweiler vom Bodenverkehr der Maschinen auf dem Flughafengelände betroffen. Bürgermeister Breuskin und seine beiden Schöffinnen folgten dieser Argumentation nicht, die
Gemeinde soll still halten und sich nicht an einer Diskussion beteiligen, die den
Flughafen Findel schädigt.

Klage in der Affäre Unsen

Bei einem weiteren interessanten Tagesordnungspunkt schlossen sich die sozialistischen Räte aber ihren Kollegen aus den anderen Fraktionen an. Einstimmig fiel der Beschluss gerichtlich gegen den langjährigen sozialistischen Bürgermeister Charles Unsen wegen gewagter Grundstücksgeschäfte vorzugehen. Die Immobiliengeschäfte des damaligen Bürgermeisters waren wenige Monate vor der Kommunalwahl publik geworden. Ein Grundstück eines Eigentümers hatte er als Bürgermeister zu einem hohen Preis für die Gemeinde erworben, ein weiteres desselben Eigentümers zu einem weitaus niedrigeren Preis als Privatmann. Noch vor den Wahlen war die lokale LSAP auf Distanz zu ihrem Bürgermeister gegangen. In dem Gerichtsverfahren soll auch geklärt werden, ob damals ein Gefälligkeitsgutachten erstellt wurde, um den Handel besser aussehen zu lassen.