LUXEMBURG
LAURENT RODER

Durch die Gutscheine für Kinderbetreuung, die „chèques-service accueil“ (CSA), können Eltern von reduzierten Tarifen für Erziehungs- und Betreuungsdienstleistungen im Bereich der nichtformalen Bildung profitieren. Die Höhe der staatlichen Beteiligung und des finanziellen Eigenanteils der Eltern hängt dabei vom Einkommen der Familie, der Anzahl der Kinder oder auch der Anzahl der Betreuungsstunden ab. Der Verband der Akteure des Sozialsektors in Luxemburg (FEDAS) bezeichnet das System allerdings mit Blick auf die Parlamentswahl im Oktober und die daraus folgende neue Regierung als „sehr komplex und schwierig zu verwalten“ - und regt administrative Vereinfachungen an.

„Das System der Gutscheine für außerschulische Kinderbetreuung funktioniert vereinfacht gesagt heute so, dass die Eltern zunächst in der Gemeinde den ‚chèque-service accueil‘ anfragen müssen, bevor sie ihre Kinder in einer Betreuungseinrichtung anmelden. Der Betreiber gibt die Daten und die reellen Präsenzzeiten des Kindes über ein vom interkommunalen Syndikat für Informatik-Management (SIGI) betriebenes informatisches Programm ein. Über das SIGI laufen dann auch die Rechnungen raus, die die Familien in den Kinderbetreuungseinrichtungen begleichen. Nun ist es allerdings so, dass häufig Neuberechnungen vorgenommen werden müssen, weil beispielsweise viele Eltern sich nicht fristgerecht für die Kinderbetreuungschecks eingeschrieben haben.

Das System des ‚Chèque-Service‘ wollen wir nicht infrage stellen, aber der administrative Aufwand ist heute ein Problem. Als Kinderbetreuungseinrichtung wollen wir uns auf die Arbeit mit den Kindern konzentrieren können und den administrativen Aufwand auf das absolute Minimum reduzieren, auch wenn wir uns natürlich nicht vor unseren Pflichten drücken wollen. Man könnte sich zum Beispiel vorstellen, dass sich Eltern auch elektronisch für die Kinderbetreuungsgutscheine anmelden können, über eine App, über MyGuichet.lu oder ein System, das man den Strukturen und Eltern zur Verfügung stellt. Als FEDAS stehen wir Vorschlägen zur Vereinfachung des Systems offen gegenüber. Auch ein erweiterter Datenaustausch unter den Verwaltungen wie auch mit den Trägern würde einiges erleichtern.

Zudem wäre es im Interesse aller Akteure in der Kinderbetreuung, ob Gemeinden, gemeinnützige Vereine oder privatrechtliche Anbieter, für eine einheitliche Handhabung des Systems zu sorgen, um keinen Verdacht auf unfaire Konkurrenz aufkommen zu lassen. Es müssen deshalb klare Kriterien gelten, was etwa die Definition der Präsenzstunden von Kindern angeht.“