SAARBURG
CHRISTIAN SPIELMANN

„Musical Project“ präsentiert ein Dickens-Jukeboxmusical

David Steines studierte an der „Stage School“ in Hamburg und schloss das Studium 2013 mit einem „Bachelor of Musical Arts“ ab. Bereits drei Jahre zuvor gründete er das „Musical Project“, in dem er junge musikalische Talente ausbildete. Seit rund fünf Jahren tourt Steines mit seinen Schülern vor allem durch das Saarland, wo sie jetzt mit einer „Weihnachtsgala“ zu sehen sind. Die Premiere war am vergangenen Samstag in Saarburg. Als Basis für die Show dient der Roman „A Christmas Carol“ (dt.: „Eine Weihnachtsgeschichte“) von Charles Dickens aus dem Jahr 1843. Die Geschichte vom geizigen Ebenezer Scrooge wird mit Liedern aus verschiedenen Musicals erzählt, wie mit Weihnachtsliedern und Songs von verschiedenen bekannten Sängern und Sängerinnen. Man könnte die Show somit als Jukeboxmusical bezeichnen.

Drei Geister und ein Engel

Die Show beginnt mit dem ewig ergreifenden „Stille Nacht“, welches das ganze Ensemble vorträgt. Dann beginnt ein Erzähler (Jan-Eike Fuchs) die Geschichte von Ebenezer Scrooge (David Steines) zu erzählen. Sein einstiger Teilhaber Jakob Marley (Dennis Klein) ist seit ein paar Jahren tot, und seinen einzigen Angestellten Bob Cratchit (Manuel Düpre) behandelt er herabwürdigend, wie auch seinen Neffen Fred (Philipp Groetzner). Weihnachten ist für ihn Zeit- und Geldverschwendung oder, wie er zu sagen pflegt, „Rattendreck“.

Schließlich erscheint ihm der Geist seines einzigen Freundes und Partners, der ihm sagt, dass ihn drei Geister besuchen werden. Als erstes erscheint der Geist der vergangenen Weihnacht (Selina Dohr), dann der der gegenwärtigen (Klarissa Klein) und als letzter der der zukünftigen (Selina Lamberty). Zwischendurch taucht noch ein Engel auf (Hannah Weiler). In Visionen sieht er seine vergangene Jugend, eine glückliche Zeit, die Gegenwart, in der Bob Cratchit, seine Frau (Kimberley Schummer), seine Tochter Martha (Lisa Vandrey) und sein behinderter Sohn Tim (Fabian Weiler) ein bescheidenes, aber glückliches Leben führen, sowie seine eigene Zukunft, die bald in einem Grab enden wird.

Beachtlicher Gesang

Es ist schon erstaunlich, wie gut all diese jungen Menschen singen. Sie haben schließlich einen guten Lehrmeister, der als Scrooge gesanglich und schauspielerisch überzeugt. In seiner Truppe ist ein Siebzehnjähriger, Philipp Groetzner, auf dessen Zukunft man gespannt sein darf. Er singt fehlerfreies Englisch („Santa Claus is Coming to Town“) und begeistert mit „Halleluja“ von Peter Maffay zusammen mit Steines und Manuel Düpre. Bei den Frauen nur eine herauszupicken, ist nicht so einfach. Ein spezieller Moment war allerdings Bette Midlers Klassiker „Die Rose“, von Hannah Weiler, Lisa Vandrey, Kimberley Schummer und Selina Dohr gesungen.

Schade ist, dass die Musik eingespielt wird, und somit ein wichtiges Element, die Livemusik, fehlt, um die Stimmung noch besser zu unterstreichen. Doch ein Orchester würde gegebenenfalls Geld kosten, und weil alle unentgeltlich auf der Bühne stehen, nimmt man die Musik halt auf. Diese Geschichte mit Liedern aus den Hitparaden oder verschiedenen Musicals und Filmen zu erzählen, wie unter anderem „Dracula“, „Aida“, „The Grinch“ oder „Der Prinz von Ägypten“, ist eine gute Idee, die von überzeugenden jungen Talente getragen wird.


Weitere Vorstellungen der „Weihnachtsgala“ sind heute in Nonnweiler, am 16. Dezember in Herdwangen und am 22. Dezember in Türkismühle. Weitere Informationen und Tickets unter www.musical-project.de