ESCH/ALZETTE
JEFF KARIER

Sternekoch Renato Favaro schließt

Das Ende einer Ära. So kann man das bezeichnen, was der Sternekoch Renato Favaro gestern in seinem „Ristorante Favaro“ verkündet hat. Denn das mit einem Stern ausgezeichnete Lokal in Esch/Alzette wird zum 14. oder 15. September seine Türen schließen. „Es ist an der Zeit, ein neues Kapitel aufzuschlagen“, erklärte der Chefkoch, der dabei auch sehr emotional wurde und mit den Tränen kämpfte. Schließlich steckte er fast 30 Jahre seines Lebens in dieses Restaurant und somit viel Schweiß und Blut. „Ich bedauere diese Zeit aber in keiner Weise.“

Wie Favaro ausführte, wird an der gleichen Adresse in der Rue des Remparts bereits am 18. September, also knapp drei Tage später, sein neues Restaurant „Como“ eröffnet. „Ich möchte mit diesem neuen Restaurant wieder zurück zu meinen Wurzeln.“ So erklärt sich auch der Name, denn Favaro stammt aus der Stadt Como am Lago di Como, die er im Alter von 14 Jahren verließ, um das Kochhandwerk zu erlernen.

Im Logo des „Como“ finden sich Elemente wie das Dach eines Hauses sowie Berge wieder, was erneut auf seine Wurzeln verweist und die Gemütlichkeit, die die Gäste beim Besuch verspüren sollen, sowie einen Stern, der für den im „Ristorante Favaro“ erkochten Michelin-Stern steht.

Neues Konzept, neue Einrichtung

Um diesen Umbruch auch optisch im Restaurant darzustellen, werden etwa die Wände renoviert, die Fassade erneuert und die Tische werden ausgetauscht. Teil der Dekoration werden auch Fotografien sein, auf denen Favaro in seiner Heimatstadt sowie am Lago di Como zu sehen ist. „Der Boden wurde bereits neu verlegt“, erklärt der Chefkoch, der sich auf die neue Herausforderung freut. Er habe bereits vor etwa vier Jahren die Idee für diesen Schritt gehabt und seither mit sich herumgetragen. Dieser Schritt fällt auch mit einem anderen, noch bedeutenderem Ereignis in dem Leben des Renato Favaro zusammen. Denn vor rund sechs Monaten ist er erneut Vater geworden. Für seinen Sohn wolle er zukünftig mehr Zeit haben.

Gute,italienische Küche

„Hochwertige Produkte werden weiterhin im Mittelpunkt stehen. Die Gerichte werden allerdings weniger kompliziert sein als bisher.“ Eben eine Besinnung auf die Grundzüge der italienischen Küche. Wie die neue Ausrichtung der Küche aussieht, davon konnten sich einige Pressevertreter gestern überzeugen. Angefangen bei einer frischen Bruschetta oder einem „Vitello Tonnato“ mit Kapern über ausgewählte Pasta-Gerichte, Saltimbocca und einer „Zuppa di Pesce“ bis hin zu Desserts wie Tiramisu und wechselnden Torten bietet das „Como“ eine große und attraktive Auswahl. Preislich liegt das „Como“ im leicht gehobenen Bereich und somit im Durchschnitt für ein Restaurant in dieser Lage. Auch wenn sich das Konzept ändert, bleibt die bisherige Mannschaft des Restaurants bestehen. Aufgrund der Umgestaltung, wodurch zukünftig bis zu 40 Personen im „Como“ essen können, werden sogar zwei weitere Personen eingestellt. Die Kellner werden zukünftig allerdings nicht länger Krawatte tragen, sondern mit Sneakers und lockerer Kleidung die Gäste bedienen.