LUXEMBURG
LAURA LEIMBROCK, FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG, „INSTITUT FIR BIOLOGESCH LANDWIRTSCHAFT AN AGRARKULTUR A.S.B.L.“ (IBLA)

Landwirtschaft von Importen unabhängiger machen

In der Ernährung unserer Nutztiere spielen Eiweiß liefernde Futtermittel eine wichtige Rolle. Der klassische Eiweißträger ist die Sojabohne, welche als Sojaschrot Schweinen, Geflügel und Rindern gefüttert wird. Der Bedarf an Futtersoja ist jedoch in unseren Regionen weitaus höher als das Angebot. Daher ist Europa abhängig von Importen aus überwiegend Nord- und Südamerika, welche ökologische und soziale Probleme mit sich bringen: Gentechnisch verändertes Soja, Monokulturen mit hohem Pestizideinsatz, Abholzung von Regenwäldern und Landverdrängung. Eine Frage beschäftigt unsere Landwirte und Konsumenten daher seit einigen Jahren: Gibt es Möglichkeiten, sich von diesen Importen unabhängiger zu machen, um eine regionale Wertschöpfungskette zu gewährleisten?

„Soja ist eine Wunderbohne! Mit einem Proteinanteil von etwa 40 Prozent und einer sehr hohen biologischen Wertigkeit ist sie eine wertvolle Körnerleguminose. Dank neuen Züchtungen wächst sie längst nicht mehr nur in wärmeoptimalen Lagen. Ihre Vielzahl an positiven Eigenschaften machen sie nicht nur als Eiweißlieferant für den Einsatz in der Landwirtschaft interessant. Der Anbau von Soja erweitert und lockert die Fruchtfolge, führt durch die Fähigkeit zur Stickstoff-Fixierung zu einer Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit und zudem zu einer Einsparung von Stickstoffdünger. Das Kultivieren der Sojabohne ist jedoch anspruchsvoll, und neben der noch nicht gewährleisteten Weiterverarbeitung in Luxemburg gibt es vor allem Wissenslücken im effizienten, nachhaltigen Beikrautmanagement. Wie kann dieses Anbauhemmnis überwunden werden und regional stabile und ausreichende Erträge im Sojaanabau gewährleistet werden?

Mit dem dreijährig geförderten Projekt ,LeguTec: Nachhaltige, ressourcenschonende Eiweißproduktion durch mechanische Herbizid freie Beikrautregulierungstechniken im Körnerleguminosenanbau, am Beispiel der Sojabohne‘ setzt das IBLA mit seinen Projektpartnern, dem Lycée Technique Agricole (LTA) Ettelbrück, Wolff-Weyland S.A. sowie Geocoptix UG, an dieser Frage an. In drei Bio-Betrieben in Luxemburg und anhand eines Schauversuches am LTA werden ab dem Frühjahr 2018 unterschiedliche mechanische Beikrautregulierungsmethoden im Sojaanbau getestet. Ergänzt werden die Untersuchungen durch Luftbildaufnahmen. Ziel des Projekts ist es, die bestmögliche mechanische Beikrautregulierungsmethode für den Sojaanbau ausfindig zu machen, eine nachhaltige und ressourcenschonende Eiweißproduktion in Luxemburg anzukurbeln und die Eiweißautarkie der Luxemburger Betriebe zu erhöhen. Finanziert wird das vielversprechende Projekt von der ,Oeuvre Nationale de Secours Grande-Duchesse Charlotte‘ und dem ,Ministère de l’Agriculture, de la Viticulture et de la Protection des consommateurs‘ und unterstützt durch Sponsoring von Wolff-Weyland S.A..

Die Eiweißversorgung werden wir nie vollständig selber decken können. Wir können aber neben einem verbesserten Grünlandmanagement und Feldfutterbau einen bedeutenden Beitrag zur Reduzierung der Eiweißlücke leisten. Die steigende Verwendung von heimischer Soja in Luxemburg kann die ökologischen und sozialen Probleme in den Exportländern mindern und gleichzeitig ökologische Vorteile für unsere Landwirtschaft bringen.“

Weitere Infos unter www.ibla.lu