LUXEMBURGINGO ZWANK

Tourismussektor: Jahresabschluss mit zufriedenen Gesichtern - 45 Millionen Euro für fünf Jahre

Mehr Besucher beim Luxemburger Tourismusbüro (528.173) und das Sorgenkind Müllerthal: Nach der „randonée touristique“ mit den einzelnen Akteuren vor Ort informierte Tourismusministerin Françoise Hetto -Gaasch gestern die Presse über den „touristischen Stand der Dinge“ - und bilanzierte: „Die guten Zahlen aus 2011 haben sich grundlegend bestätigt“, so die Ministerin einleitend. Alleine bei den 5.385 angebotenen Führungen des LCTO konnten insgesamt 215.400 Touristen begrüßt werden, ein Plus von 0,56%.

Hotellerie legt weiter zu, Camping stabil

Im Bereich der Hotellerie wurde bereits 2011 ein dickes Plus ausgewiesen , was 2012 um weitere 2% hinsichtlich der Übernachtungszahlen gesteigert werden konnte. Das Zentrum legte hier 2,8%, der Süden gute 3% und die Mosel 1% zu. Sorgenkind bleibt hier die Region Müllerthal mit einem erneuten Minus von 5,5% (die Ardennen wiesen mit -0,1% eine stabile Belegung aus). Insgesamt waren in diesem Sektor 52% der befragten Hotelbetreiber mit der abgelaufenen Saison zufrieden. Und doch: Die Hotelbetreiber sprachen gegenüber der Ministerin die Provisionen an, die wohl immer mehr ansteigen, wobei auch immer mehr Reservierungen über Internet abgewickelt werden. Was den Bereich des Camping-Sektors angeht, so musste leider ein leichter Rückgang um 0,6% festgehalten werden. Im Bereich der Mosel wurde hingegen ein Plus von 17,7% und im Bereich Zentrum und Süden jeweils ein Plus von 5,4% festgehalten. Nur im Gebiet Ardennen (-2,3%) und im Müllerthal (-6,2%) wurden Rückgänge notiert. Dabei waren die Campingbetreiber wie ihre Kollegen aus dem Hotelbereich bis auf die beiden katastrophalen Sommermonate Juni und Juli, die total verregnet waren, ebenfalls mit den Besucherströmen zufrieden. 70% der Campinggäste - und damit immer noch die Mehrheit - kommen aus Holland, gefolgt von den Belgiern mit 14% und den Deutschen mit 6%.

Doch bei den treuen Belgiern ist es nicht mehr so wie vor einigen Jahren, hier ging die Anzahl der Touristen etwas runter. Andere Länder sind hingegen im Kommen, wie Japan und China, „und gerade diese Touristen kommen nicht mehr ausschließlich in Reisegruppen sondern auch als Paar.“ Hier hätten die Werbemaßnahmen wirklich Früchte getragen, so die Ministerin mit Blick auf das, was diese Touristen eben suchen: Schlösser, Shopping und auch Wein.

Hotels im Müllerthal haben sich nicht weiterentwickelt

Die regionalen Tourismusbüros ORT wurden eingerichtet. Doch man muss hinterfragen, ob diese ORT effizient arbeiten und in den jeweiligen Regionen regionale Produkte ausarbeiten. „Sie müssen eine stärkere Präsenz zeigen, und die Hoteliers müssen sich aktiver einbringen“, bilanzierte Hetto-Gaasch. Und dieses Angebot müssen wird den Gästen zeigen. „Wir wissen, dass es immer schwieriger wird, neue Kunden zu gewinnen und die alten Gäste auch zu halten.“

Ein Problem im Müllerthal sei klar, dass einige Hotels auf einen festen Gästestamm gesetzt und „sich nicht weiterentwickelt haben“. Innerhalb der letzten Jahre sind so (durch falsche Ausrichtung mitbedingt) 50% der Zimmer und der Betriebe in diesem Tourismusgebiet verschwunden. „So stehen wir vor großen Herausforderungen. Schade, dass wir nicht jedes Jahr eine solch tolle Werbeaktion für unser Land wie die Prinzenhochzeit haben“, so Hetto-Gaasch.

Für diese Herausforderungen stehen dem Ministerium 45 Millionen Euro in den nächsten fünf Jahren zur Verfügung - um das Land und die Regionen auf dem touristischen Sektor zu unterstützen. Was das Jahr 2013 angeht, so sieht die Ministerin zwei größere Veranstaltungen, die „Spiele der kleinen Ländern“ und am 8. September den „Ironmen in Luxemburg“.