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ThyssenKrupp kommt für Fusion mit Tata Steel Belegschaft weit entgegen

Thyssenkrupp nimmt nach einer Einigung mit den Arbeitnehmervertretern Kurs auf eine Fusion seiner Stahlsparte mit dem Konkurrenten Tata. Nach monatelangem Streit hatte der Industriekonzern zuvor weitreichende Standort- und Beschäftigungssicherungen sowie Investitionen zugesagt, wie Unternehmen und IG Metall am Donnerstagabend mitteilten.

Gleichzeitig deutete Thyssenkrupp einen möglichen Abschied vom Stahlgeschäft an. „Mindestens sechs Jahre“ will der Konzern zwar an dem Gemeinschaftsunternehmen beteiligt bleiben. Gleichzeitig betonte Thyssenkrupp, dass währenddessen eine Veränderung der Struktur nicht ausgeschlossen sei. Dabei nannte der Konzern einen Börsengang als Option.

Beschäftigungssicherung bis 2026

Wesentlicher Bestandteil der Einigung ist eine Beschäftigungssicherung bis zum 30. September 2026.

An dem Abbau von bis zu 2.000 Stellen in Deutschland im Zuge der Fusion hält Thyssenkrupp fest. Dieser soll jedoch sozialverträglich erfolgen. „Mit diesem Verhandlungsergebnis gibt es nun Klarheit“, teilte ThyssenKrupp dazu auf der Unternehmenswebseite mit.

Thyssenkrupp und Tata erhoffen sich durch die Zusammenlegung ihrer Aktivitäten hohe Einsparungen - früheren Angaben zufolge 400 bis 600 Millionen Euro jährlich. An dem Gemeinschaftsunternehmen sollen beide Unternehmen zunächst je 50 Prozent besitzen. Nach Abschluss der derzeit laufenden wirtschaftlichen Prüfung des Vorhabens soll der Vertrag über das neue Gemeinschaftsunternehmen möglichst Anfang kommenden Jahres unterzeichnet werden. Der Vollzug wird nach Freigabe der Kartellbehörden Ende 2018 angestrebt.

Trotz jüngster Preiserholung sieht der Konzern weiter strukturelle Probleme im Stahlgeschäft, das noch immer von Überkapazitäten geprägt ist.

Für die Mehrheit der Standorte sei eine Sicherung bis 2026 vorgesehen, hieß es nach den Verhandlungen mit den Arbeitnehmern. Allerdings sei innerhalb dieser Vereinbarung die „Anpassung einzelner Anlagen und Aggregate weiterhin möglich“.

Jährlich 400 Millionen Investitionen

Thyssenkrupp will auch weiter in die deutschen Stahlstandorte investieren - rund 400 Millionen Euro jährlich will der Konzern dafür bereitstellen und damit das derzeitige Niveau halten.

Als Teil eines Gemeinschaftsunternehmens mit dem indischen Konkurrenten Tata soll der größte deutsche Stahlproduzent seinen Sitz künftig in den Niederlanden haben.

Ein Votum unter den Beschäftigten über das Verhandlungsergebnis wurde von der Gewerkschaft IG Metall angekündigt. Das Ergebnis der Abstimmung soll nun am 5. Februar bekanntgegeben werden.

Aktionärsvertreter kritisierten die weitreichenden Zugeständnisse an die Gewerkschaft. Damit werde der bestehende Status zementiert, sagte Thomas Hechtfischer von der Deutschen Schutzgemeinschaft für Wertpapierbesitz. Unterm Strich sei es jedoch positiv, dass es weitergehen könne.

Die Stahlfusion soll nun die Luft verschaffen, den Konzern eher auf die Industriesparte mit Geschäften wie Aufzügen und Autokomponenten zu konzentrieren. Dieser Bereich macht mittlerweile ohnehin den Löwenanteil des Geschäfts aus.