LUXEMBURG
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L. tritt Haftstrafe in Schrassig nicht an - und attackiert Polizist in Belgien

Am vergangenen Wochenende wurde ein Autofahrer in der Nacht von Samstag auf Sonntag im Dorf Pin in Belgien festgenommen. Hier versuchte er, eine Polizeisperre zu durchbrechen, was einen Polizisten zwang, seine Waffe zu benutzen. Es gab keine Verletzten und der Mann wurde verhaftet, wie sudinfo.be berichtet. Wie dann bekannt wurde, war bereits ein europäischer Haftbefehl gegen den Mann erlassen worden.

Denn bei dem in Belgien Festgenommenen handelt es sich die gleiche Person, die am 17. Oktober 2013 auf der „Aire de Capellen“ bei einem Fluchtversuch vor einer Zollkontrolle einen jungen Zöllner anfuhr und dabei schwer verletzte.

Angesichts einer möglichen Bedrohung hatte einer der anwesenden Polizisten in Belgien seine Waffe gezogen und das Feuer eröffnet. Der Schuss hatte keine Auswirkungen. Gegen den Fahrer wird nach Medienberichten jetzt ein Strafverfahren wegen „bewaffneten Widerstands“ eingeleitet. Zwei Prozesse wurden bereits in Luxemburg wegen des Vorfalls mit dem verletzten Zollbeamten abgehalten. Im ersten Prozess gab der Angeklagte L. an, er habe den Zöllner gar nicht wahrgenommen. Die Staatsanwaltschaft forderte 20 Jahre Haft, im Urteil standen in erster Instanz 15 Jahren, wogegen L. erfolgreich Berufung einlegte und in zweiter Instanz nur noch wegen schwerer Körperverletzung zu acht Jahren verurteilt wurde.

Im Juli hätte L. eigentlich seine Haftstrafe in Luxemburg antreten sollen, was er aber nicht gemacht hat. Daraufhin wurde ein europäischer Haftbefehl erlassen. Dies bestätigte auch die Justizpressestelle. Wie es nun weitergeht, das werde sich zeigen.

Dies sei alles abhängig davon, wie sich nun die belgischen Autoritäten im weiteren Verfahren entscheiden würden. Sollte Anklage in Belgien erhoben werden, so könnte es theoretisch sein, dass L. bei einer Verurteilung und Haftstrafe diese in Belgien verbüßt und dann nach Luxemburg ausgeliefert wird, damit er seine acht Jahre anschließend hier absitzt.