BELES/SASSENHEIM
INGO ZWANK

Erster Solarweg Luxemburgs in der Gemeinde Sassenheim eingeweiht

Straßen, die für die Stromversorgung verantwortlich sind - das klingt noch etwas nach Zukunftsmusik... Doch das ist in der Normandie seit 2016 Realität, als dort die erste Solarstraße der Welt eingeweiht wurde. Der Abschnitt einer Nationalstraße versorgt die Straßenlaternen der 5.000-Einwohner-Gemeinde Tourouvre-au-Perche.

Einsparungen von rund zwei Tonnen CO²

Der sogenannte „Wattway“, wie der Straßenbelag offiziell benannt ist, besteht aus polykristallinem Silizium und ist in ein mehrlagiges Substrat eingebettet, wie die Hersteller, das französische Bauunternehmen Colas und das französische Nationale Institut für Solarenergie (INES), ausführen. Diese nur wenige Millimeter dicken Solarzellen sind aber so robust, dass gar „ein Lkw problemlos drüberfahren kann“, wie es von den Herstellern heißt - und dies, ohne Schäden zu hinterlassen. Die Elemente können direkt auf den vorhandenen Straßenbelag angebracht werden.

Nach Auskunft von Colas soll die Oberfläche auch identische Bremswege wie auf Asphalt ermöglichen. Die in Tourouvre-au-Perche verlegten 2.800 Quadratmeter genügen, bei genügend Sonnenschein den Strombedarf von 20 Haushalten decken zu können. Eine Idee, die sich Colas natürlich hat patentieren lassen. Und diese Mischung aus Straßenbau- und Fotovoltaiktechnik hält nun auch in der Gemeinde Sassenheim Einzug. Gestern wurde der erste, wenn auch noch kurze „Wattway“ im Großherzogtum in Anwesenheit von Wirtschaftsminister Étienne Schneider vorgestellt. Im Januar 2017 wurden die ersten Anfragen getätigt, im März erfolgte der einstimmige Beschluss im Gemeinderat. Die Strecke ist zehn Meter lang und führt direkt am Rathaus in Beles vorbei. Kosten: 76.000 Euro, die sich die Gemeinde und der Partner Sudgaz teilen, wie Sudgaz-Direktor Alain Fürpass sagte.

„Der Abschnitt hier dient hauptsächlich der Forschung und der Entwicklung“, wie es offiziell heißt, und versorgt nach Aussage von Bürgermeister Georges Engel mit einer Leistung von rund 3.000 kWh die Server der Gemeinde. „Einfach mal eine verrückte Idee umsetzen, und wir sparen immerhin rund zwei Tonnen CO² ein“, so Engel. „Sicherlich ein absolut nachahmungswürdiges Projekt“, wie Schneider ausführte.