LUXEMBURG
NORA SCHLEICH

„Ice In My Eyes“ stellen am Freitag ihre neue EP im „De Gudde Wëllen“ vor

Was versteht man heute eigentlich noch unter Indierock? Der Begriff wurde bis heute bereits oft genutzt, verdreht und neu interpretiert, jedoch würde Olivier Treinen das Genre der Band „Ice In My Eyes“ grob mit Indie beschreiben. Nachdem vor zwei Jahren das zweite Album der Gruppe um den Gitarristen Ben Thommes, Luc Hoffmann am Schlagzeug, Mike Koster am Bass und Syntheziser und Sänger Olivier Treinen erschien, steht nun die nächste EP Release ins Haus. Am 12. Oktober wird den Jungs von „Ice In My Eyes“ die Bühne im hauptstädtischen Café „de Gudde Wëllen“ überlassen, wo sie die werte Zuhörerschaft mit allerlei Tanzbarkeiten verwöhnen werden. Im Gespräch mit Olivier Treinen konnten wir einige Einblicke in die Bandgeschichte und bezüglich der neuen EP erhalten.

Wie ist die Gründung von „Ice In My Eyes“ abgelaufen?

OLIVIER TREINEN In den Rotondes hat man mir 2012 eine musikalische „Carte Blanche“ angeboten, also freie Hand beim zu präsentierenden Musikprogramm. Die Band, in der ich bis vor einem Jahr noch aktiv war, gab es aber nicht mehr. Also hatte ich keine Lieder mehr, die ich im Rahmen der „Congés Annulés“ spielen konnte. Ein Freund von mir half mir dann aus. Wir haben ein paar Leute zusammengetrommelt. Von Anfang an war Luc bereits mit von der Partie. So haben wir unser erstes Konzert zusammen gegeben, und die Band hat sich dann über die Zeit weiterentwickelt. Wir haben 2014 unser erstes Album aufgenommen. Als zwei Musiker der Originalbesetzung keine Zeit mehr hatten, stießen Ben und Mike zu uns. 2016 sind wir nach Nürnberg zu Jan Kerscher gepilgert, um dort unserem zweiten Album den Feinschliff zu verpassen. 2019 werden wir wohl unser drittes Album rausbringen.

Kann man die Band in einem Satz beschreiben?

Olivier Nein, das geht eigentlich ganz schlecht. Es ist irgendwie die melancholische Tendenz, die zum Ausdruck gebracht werden soll - und dies in einem Format, das die Zuhörer auch noch zum Tanzen animiert.

Was hält die neue EP für uns bereit?

Olivier Auf der EP sind zwei neue Titel: „Heart & Soul“ und „Serotonin“, letzteres ist jeweils mit Beiträgen von „Ryvage“, „Aamar“ und „das Radial“ ergänzt worden. Unsere Lieder spiegeln den Evolutionszustand der Band wider. In all den Jahren, die bereits vergingen, sind wir immer mehr zusammengewachsen, sei dies im Songwriting oder bezüglich der Soundentwicklung. Wir bewegen uns mittlerweile alle zusammen in Richtung Synthie und Elektronik. Einen Namen haben wir der EP wieder mal nicht gegeben, auch das erste Album war namenlos. Das zweite Album hieß „Diamond“, auf dessen Cover unser Diamantenlogo abgebildet ist. Dieses Artwork wurde zur Release unserer allerersten Single - einer doppelseitigen Vinylplatte - von Yves Stephany entworfen und begleitet uns seitdem. Dem nächsten Album werden wir aber wohl wieder einen Namen geben.

Ist es in Luxemburg schwer, seine Band zu promoten?

Olivier Das ist einerseits recht schwer, aber dann doch wieder verhältnismäßig einfach. Wir sind ein kleines Land, und die Wege sind dementsprechend kurz. Wie überall braucht man aber ein Label und deren gibt es hier quasi keine. Es sind zwar mittlerweile schon einige Initiativen in die Wege geleitet worden, also kein Vergleich zu der Situation früher. Aber dennoch bleibt es recht schwierig, sodass man sich jenseits der Grenzen umsehen muss. Die Luxemburger von „dEFDUMp“ haben sich definitiv als Vorreiter der luxemburgischen Bandszene bewiesen. Um sich zu etablieren, haben sie sich voll reingehängt und jeden Tag geprobt. Wir proben mindestens zweimal die Woche in der Kulturfabrik in Esch. Zuvor haben wir in der Rockhal geprobt, da man da aber ein wenig eingeschränkter ist, sind wir froh über die neue Gelegenheit.

Auf welchen Konzerten trifft man euch an?

Olivier In Luxemburg spielen wir vorwiegend in den Rotondes. Oft sind wir auch im „De Gudde Wëllen“ in der Saint Esprit Straße zu finden. In Arlon haben wir bereits Konzerte gegeben und waren auch schon mit einer französischen Band zusammen auf Deutschlandtour. In Frankreich, vorwiegend im Norden, waren wir auch schon öfter. Wir planen momentan, auch dort wieder häufiger aufzutreten.

Und das beste Konzert bisher?

Olivier Das beste Konzert wird das am 12. Oktober im „Gudde Wëllen“ werden! Das wird richtig gut. Alle, die auch auf der EP zu hören sind, werden mit uns auftreten - und das auf den zwei Etagen des Cafés. Dazu gesellen sich noch die beliebten DJs „Plastic Pedestrian“ und „Sensu“. Es erwartet uns demnach Top-Stimmung und ultra Party!

Mit welcher Band würdest Du am liebsten einmal auf der Bühne stehen?

Olivier Da kann ich nur mit „The Cure“ antworten. Seit ich ein Kind war, träume ich davon.