LASAUVAGE
PATRICK WELTER

Erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen der „Minièresbunn Doihl“ und dem CIGL Differdange in Lasauvage

Historische Denkmäler können auch ganz große Jungs-Spielzeuge sein, insbesondere dann wenn sie technisches Kulturgut darstellen, das eine quasi untergegangene Industrie widerspiegelt. Erhalten durch Freude an der Technik.

Ein wunderbares Beispiel, bei dem Denkmalschutz, Freude an der Technik, Vereinsleben und gemeinnützige Gemeinschaftsarbeit ineinandergreifen liefert dafür die „Minièresbunn Doihl“. Die unter anderem auch in Lasauvage fährt. In dem winzigen Ort, fast schon in Frankreich, hat sich das Flair der alten Bergbauorte ganz besonders erhalten. Die alte Grubenbahn, mit einer Spurweite von 700 Millimeter im Verhältnis zu Normalspurzügen geradezu putzig, aber dennoch deutlich größer als die größte Gartenbahn, verbindet Lasauvage unterirdisch mit Rodange (Doihl) und dem Industrie- und Bergbaumuseum Fonds de Gras. Vom Stollenausgang in Lasauvage führt dann eine Trasse oberirdisch nach Saulnes in Frankreich, in die andere Richtung geht es bis Lasauvage-Eglise. Die unterirdischen Galerien sind 1.400 Meter lang, die gesamte Streckenlänge beträgt sieben Kilometer.

Was hier fährt sind historische Grubenloks, die früher die Arbeiter in den Stollen hinein und die Loren mit dem gebrochenen Erz aus den Gruben heraus gefahren haben. Die älteste stammt aus dem Jahr 1895, die jüngste aus den 1950ern. Die Grube in Lasauvage hat ihren Betrieb im Jahr 1978 eingestellt, jetzt ist sie, gemeinsam mit der Bahn ein historisches Denkmal. Die „Minièresbunn Doihl“ ist bei Touristenfahrten mit zwei historischen Vorbildern nachempfundenen Mannschaftswagen unterwegs, mit ähnlichen Wagen wurden früher die Bergleute transportiert. Jetzt legen die Züge in der Touristensaison 1.500 Kilometer pro Jahr zurück. 2017 gab es 25 Tage mit - rein ehrenamtlichem - Regelbetrieb und 61 Sonderfahrten. Wer in die Grube einfährt, sollte sich aber warm anziehen: Mag es draußen noch so heiß sein, in den Galerien ist es kaum wärmer als zehn Grad und durchaus auch feucht, was nach ständigen Unterhaltsarbeiten verlangt.

Gestern gab es einen kleinen Grund zum Feiern, der auch von der Presse gerne aufgenommen wurde: Einer der beiden halboffenen Passagierwagen, gebaut 1990, ist im letzten Winter unter Anleitung von Mitgliedern der „Minièresbunn Doihl“ asbl. von Mitarbeitern des CIGL Differdange, der Beschäftigungsgesellschaft der Stadt Differdingen, von Grund auf renoviert worden. Nun konnte er auch offiziell wieder seine Bestimmung übergeben werden. Bei einer kleinen Pressefahrt ins Innere des Berges wurde der Wagen von AEG-Elektrolok (betrieben mit 500 Volt Fahrstrom) aus dem Jahr 1926 gezogen.

Technisches Denkmal wird mit Hilfe des CIGL erhalten

Der Differdinger Bürgermeister Roberto Traversini, gleichzeitig Präsident des CIGL, verwies auf die gute Zusammenarbeit zwischen den Eisenbahnern und der Beschäftigungsgesellschaft, deren Mitarbeiter nicht nur am rollenden Material arbeiten, sondern auch im Stollen Sicherungsarbeiten und Modernisierungen für die weitere touristische Nutzung betreiben. 80 Mitarbeiter des CIGL Diffderdange seien für die Bürger der Stadt da und arbeiteten bei der „Minièresbunn“ für den konkreten Denkmalschutz. Die Zusammenarbeit zwischen dem Trägerverein der Grubenbahn und der Beschäftigungsgesellschaft sei Hand in Hand gegangen. Traversini meinte: „Sie haben sich im Wortsinn zusammengeschweißt.“

Der Bürgermeister erinnerte auch daran, dass Luxemburg seinen Reichtum nicht nur den Banken zu verdanken habe, sondern auch den Gruben und Hütten und vor allem deren Arbeiter, die dem Land einen ersten Aufschwung beschert hätten. Die Geschichte des Stahllandes Luxemburg zeige auch, dass die Frage, wer ein echter Luxemburger sei, völlig müßig ist, schon im 19. Jahrhundert seien Italiener in großer Zahl nach Luxemburg gekommen und zu Luxemburgern geworden.


www.minieresbunn.lu