LUXEMBURG/BERLIN
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Polizeiexperten warnen vor 3D-Waffen, die auch in Luxemburg verboten sind

Als der US-Amerikaner Cody Wilson im Mai 2013 seinen „Liberator“ mit Hilfe eines 8.000 Dollar teuren 3D-Druckers fertigte und die Pläne danach ins Netz stellte, dauerte es nur zwei Wochen, bis ein anderer die Waffe mit einem 3D-Drucker für weniger als 2.000 Dollar nachbaute - und weiterentwickelte, damit weniger Schäden beim Abfeuern entstehen sollten. Wenige Wochen später hatte ein Kanadier auf Basis der „Liberator“-Druckvorlagen im Internet sogar ein Plastikgewehr hergestellt, das bis zu 14 Schuss abgegeben haben soll, ohne Schaden zu nehmen...

„Es ist viel einfacher, sich (illegal)eine Waffe zu besorgen...“

Schusswaffen aus 3D-Druckern können nach Einschätzung des kommissarischen Chefs des Bundes Deutscher Kriminalbeamter (BDK), Sebastian Fiedler, das
Problem des illegalen Waffenhandels verstärken.

„Aber ehrlich gesagt sind frei verfügbare Waffen, solche in Eigenkonstruktion oder die Zweckentfremdung von Gegenständen zur Gewaltausübung doch nicht neu“, sagte Fiedler der „Welt“ (Dienstag). So gebe es im Internet auch Bauanleitungen für Sprengstoff. Schusswaffen aus dem 3D-Drucker wären dann eine zusätzliche Facette.

In den USA will die Organisation „Defense Distributed“ Pläne zur Herstellung von Waffen auf 3D-Druckern veröffentlichen. Die deutsche Rechtslage sei klar, sagte Fiedler: „Stellt man so eine Waffe her oder besitzt sie, macht man sich strafbar.“ Ein grundlegendes Problem seien Waffen aus dem 3D-Drucker aber bisher nicht. „Zum einen sind 3D-Drucker noch ziemlich teuer, außerdem sind die Waffenmodelle unausgereift und besonders für den Schützen selbst gefährlich.“ Die Technik werde sich aber weiterentwickeln.

„Es ist derzeit sehr viel einfacher, sich so (illegal) eine Waffe zu besorgen, als selbst eine herzustellen“, sagte der Kommissarische BKA-Bundesvorsitzende. Auch Gegenstände aus Kunststoff ließen sich zudem technisch erkennen. „Es sollte bei Kontrollen am Flughafen schon heute keinen Unterschied machen, ob eine Waffe aus Metall oder Plastik besteht.“

Produkte aus 3D-Druckern könnten aber auch in ganz anderen Bereichen lauern. „Es könnten zum Beispiel sicherheitsrelevante Teile, etwa als Ersatzteile im Auto, hergestellt und verbaut oder illegal vertrieben werden“, sagte Fiedler.

Für Sportler in einem einzigen Stück

Das Unternehmen P3 hat ein bionisches Biathlongewehr mit 3D-gedrucktem Leichtbauschaft vorgestellt. Das Gewehr ist individuell auf die persönlichen Anforderungen der Athleten anpassbar.

Die Herstellung des Leichtbauschafts erfolge im sogenannten generativen 3D-Druckverfahren unter Einsatz des selektiven Lasersinterns (SLS) in einem einzigen Stück, wie das Unternehmen mitteilt.

Wie ist die Gesetzeslage in Luxemburg? Schaut man sich das „Waffengesetz“ des Großherzogtums an und studiert man den Bereich „Verbotene Waffen und Waffen, die einer Genehmigung unterliegen“, so ergibt sich auch hier, dass für den Normalbürger Waffen aus dem 3D-Drucker verboten sind. Daher sollte man auf keinen Fall dem Beispiel von Cody Wilson nacheifern, und sich zuhause seinen Colt im Drucker fertigen.


Blick ins Gesetz: tinyurl.com/WaffenGLux