LUXEMBURG
PIERRE WELTER, FREIER JOURNALIST

Urteil: Zu sieben Jahren Haft wegen Vergewaltigung verurteilt

Die Kriminalkammer Luxemburg hat am Freitagmorgen den 39-jährigen O. wegen Vergewaltigung zu einer Freiheitsstrafe von sieben Jahren verurteilt, davon vier auf Bewährung. Die Freiheitsberaubung, die dem Mann zusätzlich vorgeworfen wurde, war für die Richter hier im objektiven Tatbestand nicht erfüllt.

Der Mann hatte am 2. März 2017 laut Staatsanwaltschaft seine 19-jährige Bekannte in seiner Wohnung in Bonneweg über fünf Stunden festgehalten und sich an ihr vergangen.

Fünf Zeugen

Dem Urteilsspruch vorausgegangen waren zwei Verhandlungstage und die Vernehmung von fünf Zeugen. Die Vernehmung des Opfers fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Obwohl der Angeklagte zu Beginn des Prozesses die ihm vorgeworfenen Taten zum größten Teil gestanden hatte und es keineswegs an konkreten Anhaltspunkten einer Vergewaltigung fehlte, war sein Geständnis allerdings so voller Widersprüche, dass die Kriminalkammer die Beweisaufnahme komplett durchführen musste. Der Vorhalt des Angeklagten, dass die Frau im Prozess nicht die Wahrheit gesagt hätte, wies die Kammer schlussendlich zurück.

Bei seiner richterlichen Vernehmung warf die Vorsitzende Richterin dem Mann vor, er sei jetzt bei seiner fünften Version angelangt. Er flüchtete sich in Ausreden, um die Schwere seines Verbrechens zu mindern. Der Gedanke, dass die Frau in ihn verliebt sei, hätte sich in seinem Kopf breit gemacht. Er lebe in einer verdrehten Gedankenwelt, denn die Frau hätte ausgesagt, dass sie nichts für ihn empfinde. „Er soll dafür ins Gefängnis“, forderte sie, eine Entschädigung wolle sie nicht.


Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig