LUXEMBURG
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„Torcedor“ Yoanni Zambrano Gaslobo zu Gast in der „Casa del Habano Luxembourg“

Zu einem kubanischen Wochenenden hatte Jean-Claude Reichling in die „Casa del Habano Luxembourg“ eingeladen. Als besonderes Highlight zu diesem Zigarrenevent war 41-jährige Yoanni Zambrano Gaslobo anwesend, ein Meister seines Faches. Yoanni ist „Torcedor“, der in Kuba für die Havanna-Marke „Romeo y Julieta“ arbeitet. Doch was genau ist ein „Torcedor“?

„Als Torcedor werden die Zigarrenroller bezeichnet, die in den Produktionsstätten der Herstellungsländer die Zigarren teilweise komplett oder zumindest teilweise von Hand herstellen“, erklärt Reichling.

150 Zigarren komplett von Hand herstellen

Ein „Torcedores“ wie Yoanni, der selbst seit 22 Jahren dem Zigarrenrollen nachgeht und zu Meisterehren gekommen ist, arbeitet dabei im Normalfall mehr oder weniger im Akkord und wird daran gemessen, wie genau oder auch wie schnell er arbeiten kann.

Die Fähigkeiten werden dabei in unterschiedlichen Stufen festgehalten, wobei ein „Torcedor“ der Klasse 7 über das größte Talent beziehungsweise die größten Fähigkeiten verfügt. So können in den Manufakturen pro Arbeitstag von einem routinierten Zigarrenroller bis zu 150 Zigarren komplett von Hand hergestellt werden. Zum Vergleich: Bei teils maschineller Fertigung liegt die Produktion zwischen 200 bis 400 Zigarren täglich .

Yoanni vollführt während der Produktion einer einzelnen Zigarre unterschiedliche Arbeitsschritte, die er in der „Casa del Habano Luxembourg“ vorführte. Er ist dabei auf nur wenige Werkzeuge angewiesen, er braucht lediglich ein Schneidebrett, ein Rundmesser, etwas Wasser, Zigarrenkleber und eine Presse. Zunächst entnimmt er den Tabak aus dem Ballen für die Einlage der Zigarre, der angefeuchtet wird, um ein Einreißen zu verhindern. Nach dem doch recht künstlerischen Aufrollen im Umblatt wird die sogenannte „Puppe“, das Grundgerüst der Zigarre, in Form gebracht und anschließend im Deckblatt mit geschickten Handgriffen eingerollt. Es folgt ein Zurechtschneiden der fertigen Zigarre mit einem flachen Rundmesser, wobei zuvor mithilfe von einem natürlichen pflanzlichen Klebstoff ein Zigarrenkopf geformt wird. Professionelle „Torcedores“ wie Yoanni beeindrucken hier mit einer relativ kurzen Produktionszeit und schließen die Herstellung einer Zigarre in nur wenigen Minuten ab, was auch Yoanni eindrucksvoll in der „Casa“ demonstrierte - was natürlich für die Gäste ein besonderer Genuss war. Insbesondere in Zigarren-Hochburgen wie auf Kuba hat der Beruf des „Torcedores“ eine lange Tradition. Die Zigarrenroller genießen hier auch ein recht hohes Ansehen und werden für ihre Fertigkeiten geschätzt, schaffen es mitunter sogar, sich zu echten Berühmtheiten zu entwickeln. Viele nutzen ihre Fähigkeiten, um auch andere an die Kunst des Zigarrenrollens heranzuführen.

So werden von begabten Zigarrenrollern sogar Kurse angeboten, in denen man Laien das Handwerk näher bringen möchte. Die Nachfrage ist dabei besonders in europäischen Ländern oder auch in den USA recht groß, wo das Zigarrendrehen noch immer eine Art „Mysterium“ darstellt. Dabei nehmen natürlich insbesondere Zigarrenraucher, die sogenannten „Aficionados“, gerne an solchen Seminaren teil.


www.lacasadelhabano.lu