LUXEMBURG
SIMONE MOLITOR

Gesundheitsministerium gibt Antworten zum Thema Energiesparlampen

Seit dem 1. September diesen Jahres hat sie ausgedient: die klassische Glühbirne. Die mehr als 150 Jahre alte Erfindung wurde von der Energiesparlampe abgelöst. Diese gilt als besonders umweltfreundlich. Doch ist dem wirklich so? Und wie steht es um die gesundheitlichen Risiken? Immerhin enthält das Beleuchtungsmittel Quecksilber, wenn auch nur eine geringe Menge. Diese und andere Fragen wollte adr-Abgeordneter Fernand Kartheiser von den zuständigen Ministern beantwortet haben. Gesundheitsminister Mars Di Bartolomeo gibt in seiner Antwort Ratschläge, wie man sich im Falle einer zerbrochenen Energiesparlampe zu verhalten hat.

Bis zu fünf Milligramm Quecksilber können in einem solchen Fall freigesetzt werden und in die Raumluft gelangen, wobei Spitzenwerte zwischen 50 und 100 Mikrogramm pro Kubikmeter erreicht werden. Der empfohlene Grenzwert liegt bei 0,35 Mikrogramm!

Fenster öffnen und Raum verlassen

Zerbricht eine Energiesparlampe, sollte sofort gelüftet und der Raum während einer Viertelstunde verlassen werden. Das Einatmen von Quecksilber kann zu Hirnschädigungen und chronischen Krankheiten führen! Die Kontamination ist laut Di Bartolomeo, der sich bei seinen Empfehlungen auf verschiedene ausländische Studien stützt, aber nur von kurzer Dauer. Die Wohnung wird demnach nicht gleich unbewohnbar. Die Glasscherben dürfen anschließend aber nicht aufgesaugt werden: Ziehen Sie Gummihandschuhe über, und heben Sie die Scherbenteilchen mithilfe eines Klebebandstreifens auf, und entsorgen Sie sie in einer Mülltonne außerhalb der Wohnung. Direkten Kontakt gilt es zu vermeiden.

Defekte Energiesparlampe gehört in den Sondermüll

Defekte Energiesparlampen fallen in die Kategorie „gefährliche Abfälle“ und gehören deshalb - genau wie Neonröhren - nicht in den Haus- sondern in den Sondermüll. Es heißt demnach, ab zur SuperdrecksKëscht. Eine Vielzahl von Supermärkten und Elektrogeschäften nimmt die kaputten Energiesparlampen übrigens auch entgegen. Von dort aus kommen sie ins Zwischenlager nach Colmar-Berg und schließlich in eine entsprechend genehmigte Aufbereitungsanlage. Wem die Energiesparlampe zu suspekt ist, dem bieten sich Alternativen wie Halogen- oder LED-Lampen, die ebenfalls als energiesparend gelten, dafür aber ohne Quecksilber auskommen.

Weniger Stromverbrauch durch Energiesparlampen?

Helfen Energiesparlampen (und die zahlreichen energieeffizienten Haushaltsgeräte) denn nun wirklich dabei, den Stromverbrauch im Haus zu senken? Ja und nein, heißt es von Seiten des Gesundheitsministers: „Duerch ëmmer méi elektresch Apparaten, wéi PC mat kabelfräiem Internetzougang oder ëmmer méi Wärmepompelen a Raumbelüftungen, geet dëse Verbrauch och ërem an d’Luucht“. In den vergangenen drei Jahren sei der Stromverbrauch in den Haushalten Luxemburgs mehr oder weniger konstant geblieben, so Mars Di Bartolomeo.