CLAUDE KARGER

„Die Programme werden im Augenblick der Stimmabgabe weit weg sein“, meinte am Samstag der „Wort“-Leitartikler, „über das Schicksal der Parteien entscheiden dann ihre Köpfe - weiche Regierungssessel oder harte Oppositionsstühle“. Freilich werden in der neu renovierten „Chamber“ die Sitzgelegenheiten für jeden Volksvertreter gleich komfortabel sein. Der Rest ist tatsächlich Kopfsache. Aber bis dahin werden die Wähler noch oft ihr Haupt schütteln müssen. Über Kampagnen von Parteien, die auch einen knappen Monat vor den Wahlen noch einen „kohärenten“ Plan fürs Ländchen versprechen, ihn aber immer noch nicht komplett rausgerückt haben, oder über solche, die in ihrem Wahlprogramm gaaaanz hohe Ansprüche an jeden stellen, was die Beherrschung der luxemburgischen Sprache anbelangt, deren eigene Exponenten allerdings munter krass drauflosfehlern. Die verkehrtherumme Nationalflaggenfarbreihenfolge auf Wahltransparenten einer Partei, die die richtige Reihenfolge doch im Logo hat, hat ja bereits für genug Lacher gesorgt... Versuchen die etwa mit Gags zu punkten? Mucke wäre sicher auch
toll für Wählerbezirzung. Schließlich beeinflusst sie selbst unser Fahrverhalten, wie das „T“ uns am Samstag belehrte unter dem Titel: „Musik am Steuer - Verkehrsungeheuer“. Wie wählen Schwermetaller und Helene Fischer-Fans? Das wär mal eine Studie wert.