LUXEMBURG
SIMONE MOLITOR

Esch 2022: Verträge der Koordinatoren verlängert - Staatssekretär Arendt reagiert auf Vorwürfe

Die Freude über den Zuschlag als europäische Kulturhauptstadt 2022 währte nur kurz im Süden des Landes. Plötzlich ging die Rede von politischen Machtspielen und kursierte die Meldung, die Verträge von Andreas Wagner, Generalkoordinator, und Janina Strötgen, künstlerische Leiterin, würden nicht verlängert. Künftig solle nur noch ein Hauptkoordinator für Esch 2022 zuständig sein, hieß es. In den Partnergemeinden beklagte man sich zudem über eine schlechte Kommunikation. Gestern nun konnte während der Zusammenkunft des Verwaltungsrats der „asbl Esch 2022“ zumindest ein Teil der Missverständnisse aufgeklärt werden. Die Arbeitsverträge des Duos Wagner/Strötgen wurden um sechs Monate verlängert, sodass sie das Kulturprojekt vorantreiben und die Finanzierung sowie das Konzept konkretisieren können. Neun der elf Verwaltungsratsmitglieder hatten sich dafür ausgesprochen. Auch die Kommunikation mit den Partnergemeinden soll verbessert werden, hieß es gestern.

Kulturministerium nicht involviert

„Wir standen immer hinter dem Projekt und waren sofort bereit, 67 Prozent des Gesamtbudgets zu übernehmen“, betonte Kulturstaatssekretär Guy Arendt gestern uns gegenüber. „In die Entscheidung des Verwaltungsrats war das Kulturministerium nicht involviert. Was nun nach diesen sechs Monaten mit den beiden Koordinatoren passiert, liegt genauso wenig in unserer Hand. Es ist am Verwaltungsrat von Esch 2022 zu bewerten, ob die Wünsche, die nun von den Bürgermeistern der verschiedenen Gemeinden eingebracht wurden, umgesetzt werden konnten“, fügte Arendt hinzu.

Kein Druck ausgeübt

Dass die beiden Posten der Koordinatoren nach dem Vertragsablauf am 31. Dezember neu ausgeschrieben werden würden, hätte indes genauso im „Bidbook“ gestanden, bemerkte Arendt im Gespräch mit dem „Journal“. „Das Kulturministerium hat keinen Druck ausgeübt, so wie es mir zuletzt vorgeworfen wurde. Wir haben uns nicht in die Entscheidungen eingemischt und werden uns auch nicht in die Gestaltung oder das kulturelle Programm einmischen. Alles das ist Sache der Vereinigung Esch 2022 und der Koordinatoren. Diese künstlich aufgebauschte Polemik hätte nicht sein müssen“, stellte er klar. Dass man von politischer Seite ein Auge auf das Ganze habe, sei wohl normal, immerhin beteilige sich der Staat mit zwei Dritteln an den Kosten.

Ob die Gebläsehalle in Belval renoviert werde, um - so wie im „Bidbook vorgesehen - zu einem zentralen Treffpunkt während des Kulturjahres zu werden, steht laut Arendt derzeit noch in den Sternen. „Darüber wurde im Vorfeld nicht mit uns gesprochen. Konkrete Pläne wurden uns bislang nicht präsentiert, deshalb kann ich nicht mehr dazu sagen“, lautete seine Antwort.