LUXEMBURG
SOPHIA SCHÜLKE

Bodensee in Dreiländereck bietet Lustschlösser und Luftschiffe vor bezaubernder Natur

Ländlich geprägt, mit interessanter Kulturszene und an jeder Ecke beeindruckende Panoramen. Wer in seinem Urlaub Natur erleben und sich an einer abwechslungsreichen Landschaft erfreuen will, wird sich am Bodensee besonders schnell wohlfühlen. Bei der Fahrt oder der Wanderung von den Dörfern und Weilern von den umliegenden Hügeln und Hängen zum See hinab, eröffnen sich tolle Blicke: auf den großen blauen See und die bläulich schimmernden Alpen, die sich auf der schweizerischen und östereichischen Seite direkt anschließen. Unterwegs entdeckt man viele kleine Bauernhöfe, Dörfer mit intakter Nahversorgung, jede Menge Weiden und zahlreiche Obstbaumplantagen.

Der 63 Kilometer lange und bis zu 14 Kilometer breite See wird vom Rhein gespeist. Er ist der drittgrößte Binnensee Europas, an dem drei Länder aufeinander treffen: Deutschland, Schweiz und Österreich grenzen direkt an den großen See, doch das Fürstentum Liechtenstein ist von hier auch nicht weit.

Luftschiffe am Himmel über dem See

Am See gibt es viele interessante Städte mit Promenaden, Museen, Schlössern, Klöstern, Strandbädern und Restaurants zu entdecken, die professionell und meistens auch stil- und geschmackssicher den in der Hauptsaison regelmäßig dräuenden Touristenansturm auffangen und entsprechend kanalisieren. Ein Bummel lohnt sich vor allem durch die historischen Altstädte von Konstanz, Überlingen und Meersburg, ein Picknick am Seeufer in Radolfszell oder Wasserburg erleichtert das Bankkonto und entspannt überdies. Aber eine Einkehr in einem Café oder einem Restaurant auf den quirrligen Promenaden von Friedrichshaven sollte man sich nicht entgehenlassen.

Und überhaupt Friedrichshafen. Hier absolvieren tatsächlich Zeppeline seit 2001 wieder kommerzielle Flüge und man wird sie ziemlich schnell am Himmel über dem See entdecken. Sie wirken aus der Zeit gefallen, gehören aber schnell zum Bild dazu. In Friedrichshaven gründete Ferdinand Graf von Zeppelin 1908 die Luftschiffbau Zeppelin GmbH, ihre Blüte erlebten die Luftschiffe in den 20ern und 30ern. Ein Rundflug in einem modernen Zeppelin ermöglicht es, den See und das traumhafte Alpenpanorama von oben zu sehen. Dafür sollten die Touristen aber mehr als nur etwas Kleingeld dabei haben. Visuell anders, aber auch spannend ist der Besuch des Zeppelinmuseums, in dem man sogar eine originalgetreue Rekonstruktion eines Teils des LZ 129 „Hindenburg“ begehen kann - jenes Luftschiffs, das am 6. Mai 1937 bei Lakehurst verunglückte.

Jenseits der Fliegerei sind in dem Dreiländereck auch andere Sportarten verlockend: Radfahren und schwimmen zum Beispiel, aber auch segeln, wandern, klettern und paddeln. Ohne spezifische Ausrüstung lässt es sich gut in einem der zahlreichen Strandbäder aushalten, die es rund um den ganzen See in allen Größen gibt. Faul vom Strand aus kann man die Alpengipfel bewundern und ein Fischbrötchen mit frischem Fang aus dem See genießen, während die mitgebrachte Reiselektüre doch zugeklappt in der Strandtasche bleibt. Wie Segelboote, Zeppeline, Paddler, Fahrgastschiffe und Planschende auf Einhörnern so vorbeikommen, manche von ihnen anlegen, umkehren oder unbeirrt weiterziehen, liefern sie ein entspannendes Schauspiel ab, das eigenen verworrenen Regeln zu gehorchen scheint, aber auf seine Art anmutig und interessant ist.

Eine der größten Schluchten Europas

Für viele Besucher gehören neben dem Strandbad auch die berühmte Blumeninsel Mainau und der nahe, aber überlaufene Rheinfall in der Schweiz zum Besichtigungsprogramm. Wer es weniger touristisch mag und rauhe Natur mit mehr Ruhe erleben will, sollte sich an die Grenzen der österreichischen Stadt Dornbirn aufmachen und sich eine Wanderung durch die malerische und lange Rappenlochschlucht gönnen.

Schwindelfreisein ist schon gut, denn teilweise geht es in der zu den größten Schluchten Mitteleuropas zählenden Naturschönheit ganz schön hoch hinaus beziehungsweise tief runter. Die schroffen Felsformationen und das azurblaue Wasser der Dornbirner Ache entdeckt der Wanderer hier von Holzstegen aus, die in teils schon Respekt einflößender Höhe an Felsen, Wasserfällen oder über den Fluss führen.

Eine Reise an den Bodensee lohnt sich besonders im Sommer, wenn Wandern und Wassersport Saison haben, aber auch den Rest des Jahres lässt es sich gut aushalten. Denn die große Wasserfläche fungiert als Wärmespeicher und sorgt für ein besonderes Klima mit milden Wintern und gemäßigten Sommern. Das sind auch Faktoren, welche den Anbau von Obst, Wein und Hopfen begünstigen. So reizt im Frühsommer die Blüte der unzähligen Obstbäume, die an gefühlt allen Straßen, Hängen und in allen Gärten sowie am Rand von vielen Weiden stehen. Im August und September dann gibt es überall frische Birnen, Pflaumen und Äpfel zu kaufen und an den Rebstöcken leuchten schon die blauvioletten Trauben. Tropfen vom Bodensee, sei es Wein, Obstlikör oder auch Gin und Whisky werden in den Gaststätten serviert und sind ein schönes Andenken für Zuhause - überdies lassen sich viele Weingüter und Destillerien auch besuchen. Eine Verkostung erklärt sich irgendwie von selbst.

Weitere Informationen unter http://www.bodensee.eu oder http://www.der-bodensee.de