KAIRO
DPA

Bei zwei Angriffen in Ägypten sind am Freitag zwei deutsche Touristen und fünf Polizisten getötet worden. Die Touristen wurden nach Angaben aus ägyptischen Sicherheitskreisen bei einer Attacke in einem Hotel in dem Ferienort Hurghada erstochen, bei der vier weitere Ausländer verletzt wurden. Zunächst war berichtet worden, dass zwei ukrainische Touristinnen ums Leben gekommen seien.

Unter den Verletzten seien Bürger der Ukraine und Tschechiens, sagte ein Sicherheitsbeamter. Zuvor hatte ein anderer gesagt, dass die Verletzten aus Serbien und Polen stammten. Das deutsche Außenministerium teilte mit, es könne nicht ausschließen, dass deutsche Bürger unter den Opfern seien. Diese Informationen habe es aber noch nicht. Die deutsche Botschaft in Kairo befand sich in engem Kontakt mit ägyptischen Behörden, um das klarzustellen.

Der Angreifer habe ein schwarzes T-Shirt und blaue Jeans getragen, sagte ein Sicherheitsbeamter. Er habe den Touristen ins Gesicht, den Hals und in die Füße gestochen. Er wurde nach Angaben des Innenministeriums sofort festgenommen. Er hatte sich in das Hotel geschlichen, nachdem er von einem nahegelegenen Strand hergeschwommen war.

Das Motiv für die Messerstecherei war zunächst unbekannt. Der Attentäter, ein Mann in seinen Zwanzigern, habe vorgehabt, Ausländer anzugreifen, sagte ein Sicherheitsbeamter. Er habe während des Angriffs auf Arabisch, offenbar zu Ägyptern geschrien, sie sollten sich fernhalten. „Ich will keine Ägypter“, rief er demnach.

Nur Stunden zuvor hatten Bewaffnete auf einem Motorrad nach Behördenangaben das Feuer auf ein patrouillierendes Sicherheitsfahrzeug in einem Dorf eröffnet, das bei einigen der ältesten Pyramiden Ägyptens äußerhalb der Hauptstadt Kairo liegt. Der Angriff erinnerte an eine kleinere islamische Extremistengruppe, die als Hasm bekannt ist und für ähnliche Schießereien verantwortlich war.

Die Polizisten gehörten zu einer Einheit, die den Bezirk Sakkara bewacht, eines der beliebtesten Touristenziele in Ägypten. Dort befinden sich mehrere Tempel, Grüfte und Grabkomplexe. Die Angreifer seien geflüchtet, nachdem ein Polizist das Feuer erwidert habe, teilte das Innenministerium mit.

Augenzeugen sagten, die Angreifer hätten Waffen der Opfer gestohlen und versucht, die Leichen anzuzünden. Sie seien jedoch geflohen, als sie Zuschauer bemerkt hätten. Der Fernsehsender CBC Extra berichtete, Aufnahmen von Überwachungskameras zeigten, dass die Angreifer sich mit Polizeiuniformen verkleidet hätten.

Die Anschläge könnten Folgen für die bereits angeschlagene und für die Wirtschaft Ägyptens wichtige Tourismusbranche haben. Hurghada ist einer der beliebtesten Strandferienorte und ein Tauchzentrum des Landes. Die Tourismusindustrie hat seit dem Aufstand des Arabischen Frühlings 2011 unter politischer Instabilität und einer schwachen Sicherheitslage gelitten. Vor den Unruhen hatten knapp 15 Millionen Touristen jährlich Ägypten besucht. Im vergangenen Jahr lag die Zahl bei 5,3 Millionen, wie aus offiziellen Berichten hervorgeht. 2015 hatte ein Ableger der Terrormiliz Islamischer Staat in Ägypten ein russisches Flugzeug über der Sinai-Halbinsel zum Absturz gebracht. Dabei wurden alle 224 Passagiere an Bord getötet. Ägypten befindet sich seit April im Ausnahmezustand.