LUXEMBURG
PIERRE WELTER

Brudermord-Prozess: Berufungsgericht schickt Täter lebenslänglich in Haft

Der Berufungshof Luxemburg hat am Dienstag das Urteil im Brudermord-Prozess aus erster Instanz bestätigt. Der 27-jährige Eric L. musste sich im Februar 2017 vor der Kriminalkammer Luxemburg verantworten, weil er im Dezember 2014 in Esch/Alzette seinen 30-jährigen Bruder Charlie, der unter Vormundschaft stand, ermordet hatte.

500.000 Euro als Mordmotiv

Eric L. wurde in erster Instanz von der Kriminalkammer Luxemburg zu einer lebenslangen Haft verurteilt. Der Mann hatte nach Ansicht des Gerichts den Mord lange geplant und wollte an das Geld seines Bruders.

Die Tat, die besonders in Bezug auf Heimtücke und Grausamkeit zu bewerten ist, fand am 1. Dezember 2014 statt. In der dritten Etage eines Wohnhauses in Esch/Alzette verabreicht der Täter seinem Bruder einen Mango-Saft mit einer sehr hohen Dosis Psychopharmaka vermischt. Der Bruder legte sich auf das Sofa und schlief ein. Anschließend zündet der Täter sein Opfer an, das bei lebendigem Leib verbrannte. Die herbeigerufene Feuerwehr fand die verkohlte Leiche kurze Zeit später in der Wohnung. Das Mordmotiv sei das Geld - 500.000 Euro - gewesen, das sein Bruder auf den Konten hatte, lautete die Anklage.

Der Mitangeklagte Allessandro S. wurde zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und zu einer Geldstrafe von 3.000 Euro verurteilt. Er galt für die Staatsanwaltschaft als Nutznießer des Mordes. Ihm war Hehlerei vorgeworfen worden, weil er sich an der Mutter des Angeklagten bereichert haben soll.