LUXEMBURG
LIZ MIKOS

Der luxemburgische Rapper T-WAY kämpft sich mit seinen Reimen durch Hip-Hop-Battles

T-WAY, der regelmäßig für die „Battle League Luxembourg“ auftritt, feierte im vergangenen Jahr so manchen Erfolg und auch dieses Jahr soll dies nicht nachlassen. Als Sieger von insgesamt vier Battles hat er das Jahr 2017 beendet und mittlerweile ist er fester Bestandteil der nationalen Rap-Battle-Szene. Doch nicht nur hier feierte man sein Können, auch die deutsche Musikseite HipHop.de zählte eines seiner Battles zu den zehn besten des vergangenen Jahres.

Wie er überhaupt zum Hip-Hop gekommen ist und was das Besondere am Battle-Rap ist, hat uns T-WAY etwas genauer erklärt.

Wie bist Du zum Hip-Hop gekommen?

T-WAY Ich habe mit elf oder zwölf Jahren den Hip-Hop über Viva und MTV für mich entdeckt. Es war das erste Musikgenre, das mich so richtig beeindruckt hat. Der erste Song, der mich komplett mitgerissen hat, war „Weck mich auf“ von Samy Deluxe und meiner Meinung nach hat er auch nach 17 Jahren keineswegs an Aktualität verloren.

Welche Regeln gelten während eines Battles? Gibt es hier Tabus?

T-WAY Das erste, das bereits im Vorfeld abgeklärt wird, ist die Rundenlänge und eventuelle Tabu-Themen.

Eines der großen Tabus während eines Battles ist das Anfassen seines Gegners. Dem Gegner mal kurz an die Schulter fassen oder generell so flüchtige Berührungen werden noch toleriert, aber eigentlich soll der Körperkontakt komplett vermieden werden, da man sich in einem Battle rein verbal duelliert. Andere Tabus gibt es eigentlich nicht, es sei denn, es wurden im Vorfeld welche abgesprochen. Prinzipiell muss sich jeder seine moralischen Grenzen und Tabus selber setzen und mit sich vereinbaren können.

Wie ist so ein Battle aufgebaut?

T-WAY Jeder Rapper präsentiert abwechselnd seine drei Runden, die er im Vorfeld schon vorbereitet hat. Battles sind a cappella, also ohne instrumentale Begleitung. Was den Battle-Rap für mich so faszinierend macht, ist vor allem die Vielfältigkeit der verschiedenen Künstler und Charaktere, die auftreten. Während der Eine seinen Fokus eher auf witzige Zeilen legt, versucht ein anderer das Publikum mit komplexen Wortspielen zu begeistern und noch andere legen wiederum eher Wert auf ihre Performance und auf ihren Flow, also die Rhythmik ihres Raps. Was auch immer spannend ist, ist dass jedes Battle wieder bei Null anfängt. Egal wie gut oder wie schlecht vorherige Auftritte waren, man wird immer anhand der Leistung des Tages bewertet.

Was machst Du, wenn Du dich gerade nicht duellierst? Kann man davon leben?

T-WAY Ich habe vergangenes Jahr mein Mathestudium erfolgreich beendet und dieses Jahr angefangen zu arbeiten. Nebenbei bin ich auch noch großer Tennis-Fan und spiele auch selbst im Verein. Musikalisch ist es nun so, dass ich aktuell eigentlich recht wenig Musik mache, da die Vorbereitungen auf die Battles immer recht viel Zeit in Anspruch nehmen. Für die Battles bekomme ich dann eine Gage, die meine Anreise und die Übernachtungskosten deckt, aber davon leben kann ich nicht. Nur von Battles können derzeit eigentlich nur die bekanntesten amerikanischen Battle-Rapper leben.

Dein Jahr 2017 war ziemlich ereignis- und erfolgreich, wie sieht es dieses Jahr aus? Was sind Deine Pläne für die Zukunft?

T-WAY Ich versuche natürlich da weiterzumachen, wo ich vergangenes Jahr aufgehört habe. Die ersten Battles sind schon geplant und ich habe auch noch einige speziellere Ideen, die ich dieses Jahr noch verwirklichen will. Darüber will ich jetzt aber noch nichts verraten. Wenn es die Zeit zulässt will ich auf jeden Fall auch mal wieder ein paar Lieder schreiben und aufnehmen. Ich genieße zurzeit einfach die Momente, die sich mir durch mein Hobby ermöglichen.


Weitere Informationen unter

t-way.bandcamp.com