LUXEMBURG
SVEN WOHL

Pünktlich zur „Rentrée“ wurde dem Lehrermangel ein Riegel vorgeschoben

Einen Lehrermangel musste man sich im vergangenen Jahr eingestehen. Dieser war selbst zu Beginn diesen Jahres immer noch nicht behoben. Denn im Januar standen einem Bedarf von 300 Junglehrern gerade einmal 70 Absolventen der Universität Luxemburg entgegen. Diesmal kann das Bildungsministerium wenige Tage vor der „Rentrée“ - Entwarnung geben: Es gibt mehr qualifiziertes Personal.

Rasanter Anstieg

Es seien genug Lehrer eingestellt worden, um einen normalen Ablauf in den Grundschulen zu gewährleisten. Jede Klasse würde einen Lehrer bekommen und alle Nachhilfekurse sowie die „Cours d‘Accueil“ würden in ihrer Gänze angeboten werden. Auch zusätzliche Aktivitäten, die im Rahmen des schulischen Angebots stattfinden, könnten so umgesetzt werden. Auch Ersatzlehrer für Langzeiturlaube stünden von Beginn an zur Verfügung.

Darüber hinaus versichert das Ministerium, dass 146 zusätzliche Personen den Direktionen der Grundschulen zur Seite gestellt werden, um tägliche Ersatzlehrer zur Verfügung zu haben. Falls im täglichen Betrieb kein Ersatz notwendig wäre, würde das Personal die Lehrer bei ihrem Dienst unterstützen.

Ein Plus an Akademikern

Die Zahl der Bachelordiplomierten sei wesentlich gestiegen. Waren es im vergangenen Jahr 4.678 Lehrer und sich im „Stage“ befindliche Lehrkräfte, so ist diese Zahl in diesem Jahr auf insgesamt 4.951 gestiegen. Auch die Zahl jener, die einen Bachelor in den Wissenschaften ihr eigen nennen dürfen, ist von 91 diplomierten Personen auf 184 diplomierte Personen gestiegen. 221 Personen wurden eingestellt, die ein Diplom mit Bezug auf die Zielsetzungen der Grundschule haben. 72 von ihnen haben ein Diplom in den Erziehungswissenschaften. Damit ist insgesamt die Zahl akademischer Abgänger wesentlich gestiegen.

Auch bei den Hilfslehrern gibt gute Nachrichten: Hier wurden seit September vergangenen Jahres zahlreiche Anstrengungen unternommen, um die Zahl zu steigern. Diese Hilfslehrer sind unter anderem dafür zuständig, Ausfälle auf kurze, mittlere und lange Dauer zu garantieren - dies auf nationaler Ebene. Zu den bereits erwähnten 146 Personen, die den Direktionen zur Seite gestellt werden, stoßen noch einmal 197 Personen mit einer „Autorisation de remplacement“ hinzu. Diese können ebenfalls ausgefallene Lehrkräfte ersetzen. Bis Mitte Oktober sollen weitere 80 Personen ihr Referendariat ablegen, um ebenfalls Lehrer ersetzen zu können.

Psychologische Bedürfnisse werden abgedeckt

Was Kinder mit spezifischen Bedürfnissen angeht, kann ebenfalls Entwarnung gegeben werden. Am 20. Juli wurde ein neues Gesetz gestimmt, womit „Centres de compétences en psycho-pédagogie“ gegründet wurden. 101 Personen wurden zusätzlich eingestellt und sind auf lokalem, regionalem und nationalem Niveau aktiv.

84 spezialisierte Lehrer stehen den Schulen auf lokaler Ebene für Kinder mit spezifischen Bedürfnissen zur Verfügung. 65 Personen stehen den Direktionen auf regionaler Ebene zur Verfügung. Auf nationaler Ebene wurden 127,5 Posten geschaffen, um in den neuen Kompetenzzentren zu arbeiten. Die Rekrutierung dieser Personen ist aber noch nicht abgeschlossen.