LUXEMBURG
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Landwirtschaftsminister setzt zunächst auf Chip-System - Aber offen für Diskussion

Katze weg, Hund entlaufen, Papagei entflogen... Die Verzweiflung mancher Haustierbesitzer bei der Suche nach ihren verschwundenen Lieblingen schlägt sich oft in dramatischen Anzeigen nieder. Kein Wunder, dass alle Suchregister - Plakataktionen, Social-Media-Posts bis zu Zeitungsanzeigen und Radiospots - gezogen werden, sind die Tierchen doch Teil der Familie.

Informationsbündelung erhöht Chancen

Die beiden DP-Abgeordneten Claude Lamberty und Max Hahn haben sich Gedanken darüber gemacht, wie man den Besitzern bei der Suche nach ihren verlorenen Haustieren besser unter die Arme greifen kann. In einer parlamentarischen Frage an Landwirtschafts-, Weinbau- und Verbraucherschutzminister Fernand Etgen (DP) wollen sie wissen, ob die Regierung nicht die Schaffung einer öffentlichen Online-Plattform ins Auge fassen könnte, auf der die Suchanzeigen gebündelt werden könnten, um somit die Chancen zu steigern, das Tier wiederzufinden.

Etgen findet den Vorschlag jedenfalls „sehr interessant“, allerdings sieht er einige Hürden: zum Beispiel dass eine solche Plattform lediglich zu den Bürostunden verwaltet werden könne. Ferner sei ein Update der Plattform kompliziert, denn dafür müssten die Halter der Tiere sie auch informieren, wenn diese wieder gefunden wurden.

Auch Katzen müssen künftig „gechipt“ sein

Der Landwirtschaftsminister erinnert in seiner Antwort daran, dass eine gesetzliche Verpflichtung besteht, jeden Hund mit einem elektronischen Chip zu versehen. Mit dem neuen Tierschutzgesetz wird diese Verpflichtung übrigens auch für Katzen eingeführt. Eine entsprechende Ausführungsbestimmung begleite den kürzlich im Parlament gestimmten Text, der unlängst im Amtsblatt veröffentlicht werden wird. Die Informationen über die Tiere werden in einer zentralen Datenbank gespeichert. Taucht eins irgendwo auf und wird zu einem Veterinär oder zu einer Tierschutzorganisation gebracht, können die Daten mittels eines speziellen Lesegeräts ausgelesen und dem Besitzer zugeordnet werden. Minister Etgen ist offensichtlich überzeugt, dass dieses System schnelle Sucherfolge ermöglicht. Bei Tieren ohne Chip könnten die Informationen über sie noch immer über diverse Kanäle verbreitet werden - Anzeigen, Webseiten, soziale Medien... - um die Aufmerksamkeit des Halters zu erreichen. „Es besteht hier keine Dringlichkeit“, schreibt Etgen mit Blick auf den Vorschlag seiner liberalen Parteikollegen und vor dem Hintergrund des Chip-Systems. Deshalb schlägt er vor, auf die „innovative Idee“ der Schaffung einer öffentlichen Plattform für Anzeigen für verschwundene Haustiere zurückzukommen. Nach einer Konzertierung mit den Tierschutzorganisationen.