ESCH/BELVAL
JEFF KARIER

Die „Rockhal“ existiert seit zwölf Jahren und hat sich dank ihrer Konzeption bewährt

Eigentlich sollte in der gegenüberliegenden Gebläsehalle, der ehemaligen Hochöfen von Belval, eine Konzerthalle gebaut werden. Als diese Idee verworfen wurde, begann die Planung der „Rockhal“. Teil des Konzepts war es, neben einem großen und kleinen Konzertsaal auch das damalige „Centre de Ressources“ – heute „Rocklab“ – zu integrieren. Letzteres ist mit der Förderung, Ausbildung und Begleitung nationaler Musiker und der damit verbundenen Förderung der nationalen Musikszene betraut. In dem Zusammenhang wurden auch Proberäume, ein Tonstudio und weitere Infrastrukturen in die „Rockhal“ integriert, um so die nötigen Mittel an einem Ort zu bündeln. „Seit der Eröffnung der ‚Rockhal‘ 2005 ist diese Bandbreite an Angeboten bis heute einzigartig in Luxemburg“, erklärt Olivier Toth, CEO der „Rockhal“.

Insgesamt bietet die Rockhal vier Bühnen beziehungsweise Säle. Angefangen bei dem „Rockhal Café“, das neben Getränken und etwas zu essen auch Platz für bis zu 180 Personen bietet. Noch recht neu ist der „Floor“. Dieser Teil des Gebäudes war anfangs als möglicher zweiten Eingang hin zum Bahnhof angedacht. „Der Bahnhof nahm aber erst viel später als gedacht den Betrieb auf, weshalb wir den Bereich anderweitig nutzen“, erklärt Toth. Er wurde zum Teil als Empfangsbereich bei VIP-Events im Rahmen von Konzerten genutzt sowie für Konferenzen und Empfänge. Vor etwas mehr als drei Jahren wurde der Teil renoviert und kann seither auch für Konzerte für bis zu 250 Personen genutzt werden. Somit ist er gut für beispielsweise EP-Releases von aufstrebenden nationalen Künstlern, wie auch für Auftritte von kleineren ausländischen Bands geeignet, die noch am Anfang ihrer Karriere stehen.

Platz für bis zu 6.500 Personen

Das nächst größere ist der Club. Dieser kann bis zu 1.300 Personen fassen, wird aber meistens nur für bis zu 1.100 bis 1.200 Besuchern genutzt, da dadurch die Bühne etwas größer ausfallen kann, was angenehmer für die Bands und die Leute hinter den Kulissen ist. „Der Raum kann aber auch so hergerichtet werden, dass er auch bei einem Publikum von 600 Leuten Spaß machen kann.“ Auch eine bestuhlte Nutzung ist möglich.

Den großen Saal gibt es in zwei Konzepten. Einmal die Box, die eine Kapazität von 1.500 bis 2.500 Personen hat und eine etwas reduzierte Version ist. Hierbei ist die Bühnentechnik bereits wie in einem Club vorhanden, kann aber etwas auf die jeweiligen Bedürfnisse angepasst werden. Das ermöglicht, dass der Künstler direkt loslegen kann. Dieses Konzept hat sich laut Toth sehr bewährt und biete viel mehr Potenzial, als das Team der „Rockhal“ anfangs geglaubt hätte. Wird das normale Konzept der Haupthalle angewendet, passen bis zu 6.500 Personen in diesen. „Betrieben wird er aber meistens mit 5.500 bis 6.200 Personen, je nach Größe der Produktion, Bühne und Regie.“ Es besteht auch die Möglichkeit durch eine Tribüne Sitz- und Stehplätze zu bieten. Das war laut Toth etwa der Fall bei Bob Dylan und Lionel Richie. Oder der Saal wird komplett bestuhlt, wie etwa beim Konzert von Hans Zimmer oder auch den Comedyauftritten eines Otto Waalkes. Dann fällt die Kapazität jedoch auf 2.500 bis 2.700 Plätze. Somit können in der „Rockhal“ Konzerte für 50 bis 6.500 Personen organisiert werden und das auch parallel.