LUXEMBURG
LJ

Unterwegs im Land der Roten Erde

Der Süden Luxemburgs wurde bekanntlich stark geprägt durch die Stahl- und Kohleindustrie. Mittlerweile aber wurde das Gebiet den Bedürfnissen unserer modernen Gesellschaft angepasst. So erinnert heute noch beispielsweise der Industrie- und Eisenbahnpark in Fond-de-Gras an diese wichtige Epoche der luxemburgischen Geschichte. Und diese Industrie war es auch, die der Region ihren Namen gab: das Land der Roten Erde, auch „Terres Rouges“ oder „Minett“ genannt. Der Name kommt von dem leuchtend roten Eisenerz, das den Erfolg der Stahlindustrie in Luxemburg erst möglich machte. Das aktuelle Gesicht der Region spiegelt sowohl die von Kohle und Stahl geprägte Vergangenheit als schützenswertes Erbe als auch die neuen Technologien der Gegenwart wider.

1 | Peppingen-Liwingen Kulturweg: Für Einheimische und Touristen gleichermaßen interessant

Im März 2017 wurde er eingeweiht: Der Kulturweg Peppingen-Liwingen. Er richtet sich an Wanderer, die die reiche Geschichte von Peppingen und Liwingen, „zwei symbolträchtige Ortschaften des Roeserbanns, kennenlernen möchten“, sagt der Bürgermeister von Roeser, Tom Jungen. Der Rundweg Peppingen-Liwingen hat eine Gesamtlänge von 8,7 Kilometern. Er beginnt am Bauernmuseum in Peppingen und endet in der Peripherie von Liwingen. Der Rundweg beinhaltet 16 Stationen, welche mit Informationstafeln beschildert sind. „Diese Informationstafeln informieren über Sehenswürdigkeiten und historische Fakten und sie sind komplementär zu einer Broschüre, die es bei der Gemeinde gibt“, sagt Jungen.

Der Kulturweg Peppingen-Liwingen wurde gestaltet für Menschen, „die die schöne Region noch nicht kennen. Er richtet sich aber auch an Roeserbänner, die an der Geschichte ihrer Gemeinde interessiert sind“, beschreibt Jungen den Kulturweg. Der Weg trage zur Wahrung des kollektiven Gedächtnisses bei und erlaube es, die Ortschaften Liwingen und Peppingen in ihrer heutigen Form - auch neu - zu entdecken. Auf diese Art und Weise werde er zu einem wichtigen Element der regionalen Identität. Mit gleicher Intention habe man geplant, weitere Kulturwege dieser Art in den anderen Ortschaften der Gemeinde einzurichten. Diese sollen in den kommenden Jahren realisiert werden. IZ

2 | Bettemburg „Parc Merveilleux“: Da werden Märchen wahr

Als einziger Zoo und Freizeitpark Luxemburgs lockt der „Parc Merveilleux“ in Bettemburg tausende Besucher an. Besonders die Kinder kommen im Märchenwald und auf den unterschiedlichen Abenteuerspielplätzen auf ihre Kosten. Mit Hilfe von verwunschenen Häuschen, bewegten Figuren und geheimnisvoller Musik werden die Kleinen in die magische Welt der Märchen entführt.

Später können sie sich dann auf den vielfältigen Attraktionen im Waldbereich austoben. Zurzeit lockt vor allem der kürzlich vergrößerte Wasserspielplatz mit Wasserfall die Besucher an, der bei den hochsommerlichen Temperaturen eine angenehme Abkühlung verspricht. Die zahlreichen Tiere, von Krokodilen über Pinguine bis hin zu Alpakas, begeistern ebenfalls die ganze Familie. Der Tierpark ist ständig im Wachstum. Besucher können seit einigen Wochen ein neugeborenes Berberäffchen bestaunen und in Planung ist unter anderem der Einzug eines roten Panda. Der „Parc Merveilleux“ verspricht also eine große Abwechslung und ist somit immer einen Besuch wert. AS

www.parc-merveilleux.lu

3 | Differdingen „Luxembourg Science Center“: Wissenschaft hautnah erleben

Das „Luxembourg Science Center“ in Differdingen begeistert seit seiner Eröffnung im Oktober 2017 Groß und Klein. Die Naturwissenschaften und modernen Technologien stehen im Mittelpunkt zahlreicher Experimentierstationen, Workshops und Shows. Bis zum 3. September erwartet die Besucher eine einzigartige Ausstellung über die mittelalterliche Burg Vianden. Die sogenannte „Virtual Vianden Box“ nimmt den Besucher mit auf eine virtuelle Reise in die Vergangenheit und veranschaulicht auch die bestehenden renovierten Räumlichkeiten der Burg. Auf interaktivem Weg lernt man die jahrhundertelange Baugeschichte sowie faszinierende Highlights der Burg kennen. Des Weiteren ermöglicht die „ViViBox-App“ dem Besucher, mit Hilfe der Kamera des Smartphones weitere Informationen über ausgestellte Objekte, wie 3D-Drucke, zu bekommen.

Dank modernster Technologien können die Besucher seit einigen Tagen ebenfalls ihre Fahrkünste unter Beweis stellen. In der virtuellen Realität können sie mit den schnellsten Autos über bekannte Rennstrecken wie beispielsweise den Nürburgring rasen.

Neue spannende Shows und ein Windtunnel, der den Besuchern unter anderem mit Hilfe von Flugzeugmodellen Wissenswertes über Luftströmungen beibringt, sind ebenfalls einen Besuch wert. AS

www.science-center.lu

www.vivibox.arctron.de

4| Fond-de-Gras „Train 1900“ und „Minièresbunn“: Reise durch die Zeitgeschichte

Der „Train 1900“ fährt zwischen Petingen und dem Fond-de-Gras. Doch es gibt mehr als nur diesen Zug zu bestaunen: Die große Sammlung der Vereinigung des „Train 1900“ umfasst zahlreiche Dampf- und Diesellokomotiven, sowie zwei Triebwagen. So erleben die Fahrgäste, die in den Zügen sitzen, eine echte Reise durch die Zeitgeschichte.

Der „Train 1900“ fährt über die alte Linie „Ligne des Minières“, die ab 1875 von der Prinz-Heinrich Eisenbahngesellschaft (PH) erbaut wurde. Diese Linie diente ausschließlich dem Abtransport von Eisenerz, das in der Umgebung abgebaut wurde, wie es von der Vereinigung heißt. Im September 1963 versperrte ein Erdrutsch die Eisenerzlinie und setzte jeglichem Bahnbetrieb ein Ende. Durch eine Gruppe von Ehrenamtlichen wurde 1973 die Vereinigung „Train 1900“ gegründet. Die Dampfloks fahren die Fahrgäste durch das Land, das durch den Eisenerzabbau gekennzeichnet ist.

Ergänzt wird das interessante Programm durch die „Minièresbunn“. Die Grubenbahn fährt zwischen Fond-de-Gras und Lasauvage. Die Vereinigung „Minièresbunn“ besitzt eine eindrucksvolle Sammlung von Dampf-, Diesel- und Elektroloks, die während der Zeit des Eisenerzabbaus auf der Spur 700mm zum Transport der Loren aus dem Eisenerzstollen diente. Es gibt drei Teilstrecken: Eine erste Strecke vom Fond-de-Gras aus zur Grube „Doihl“ in Rodange mit der Dampflok der Marke „Krauss“ aus dem Baujahr 1897, einen zweiten Teil unter der Erde durch einen alten Stollen von 1.400 Metern Länge sowie einen dritten Abschnitt über die französische Grenze nach Saulnes (Meurthe-et-Moselle). LJ

Alle Infos - auch zu Reservierungen - gibt es unter www.minettpark.lu

5| Oberkorn aquasud: Kunst am Bau und Wasserspaß und mehr auf 10.000 m²„Parc Merveilleux“: Da werden Märchen wahr

Auf einer Fläche von rund 10.000 m² und einem sieben Hektar großen Grundstück hat das Sport- und Freizeitbad „Aquasud“ im „Parc des Sports“ in Differdingen so einiges zu bieten und lässt auch kaum Wünsche offen.

Den Besuchern stehen in der Schwimmhalle das Lehrschwimmbecken mit Hubboden - geeignet unter anderem für Watercycling -, ein Planschbecken, ein Sportbecken mit Sprunganlage, die tolle Erlebnisrutsche mit Lichteffekten und drei weitere Multibecken, davon ein beheiztes Außenbecken mit Massagedüsen und Strömungskanälen, zur Benutzung bereit. Zusätzlich findet man im Obergeschoss einen gut ausgestatteten Fitnessbereich, die Sportbar sowie den Sauna- und Wellnessbereich. Der Fitnessbereich bietet ferner Räume für Fitnesskurse, Cardio- und Krafttraining an. Im Saunabereich stehen insgesamt fünf Kabinen und ein Dampfbad zur Verfügung, wobei der Bereich natürlich über Zugang zur Außenterrasse mit Whirlpool, Feuer- und Erlebnissauna und den Felsenduschen bietet.

Stichwort: Kunst am Bau. Auch für „Kunstliebhaber“ bietet das Aquasud einen Augenschmaus, sind doch die Fassade im Bereich des Haupteingangs und die Arkaden vom Graffiti-Künstler SUMO! designt worden. IZ

www.aqua-sud.com