BERLIN/LUXEMBURG
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Chefredakteur Peter Höpfner vom Egmont-Verlag über Dagobert Duck und dessen Beliebtheit

Schwarzer Zylinder, orangefarbener Schnabel, Gamaschen und ein riesiger Geldspeicher: Dagobert Duck feiert seinen 70. Geburtstag - wenn auch nur auf dem Papier. Der Entenhausener Fantastilliardär ist weltweites Symbol für Geld, Gier und Geiz - und wird es wohl auch in den kommenden Jahrzehnten bleiben.

Dass auch wir die Abenteuer von Dagobert miterleben können, liegt maßgeblich an der 1951 gegründeten Egmont Ehapa Media GmbH, in Deutschland Marktführer im Segment Kinder-, Comic-, Jugendzeitschriften sowie Herausgeber diverser Onlineportale und Apps. Langjährige Bestseller wie das „Micky Maus-Magazin“, „Disneys Lustiges Taschenbuch“, „Asterix“, „Lucky Luke“ und „Wendy“ gehören ebenso zum Portfolio wie „Disney Prinzessin“, „Barbie“, „Winnie Puuh“, „Monster High“, oder auch „Benjamin Blümchen“.

Peter Höpfner, Jahrgang 1970, ist seit August 2001 Chefredakteur des Micky-Maus-Magazins und seit 2006 Chefredakteur aller Disney-Publikationen des Egmont Ehapa Verlages in Deutschland. Höpfner studierte Publizistik und war davor Lokalredakteur bei der Berliner Morgenpost.

Hier analysiert Höpfner im Gespräch die „reichste Ente der Welt“ und die Umstände, die zum Erfolg des Entenhausener Fantastilliardärs geführt haben.

Herr Höpfner, wie begann die Erfolgsstory der Figur Dagobert Duck?

Peter Höpfner Dagobert Duck ist ja eine Erfindung von Carl Barks. Das ist der Meister von Entenhausen, der 6.400 Comicseiten gemacht hat, der das alles selber geschaffen hat. In der Geschichte „Die Mutprobe“ taucht Dagobert Duck zum ersten Mal auf und ich weiß gar nicht, ob man damals schon geahnt hat, wie großartig erfolgreich er werden würde, aber als die Neffen losziehen, um diesen unbekannten Großonkel quasi kennenzulernen, das ist der Auftakt zum Erfolg von Dagobert Duck - und bis heute macht er uns sehr viel Freude.

Wie entstehen eigentlich die Geschichten um den Geizkragen Dagobert Duck?

Höpfner Manchmal habe ich das Gefühl, der Dagobert erzählt die Geschichten quasi von ganz alleine. Die entstehen, wenn wir zugucken, denn er bietet mannigfaltige Möglichkeiten, etwas mit ihm zu machen. Er will sein Vermögen selber vermehren. Er will sein Vermögen aber auch beschützen gegen Gundel Gaukelei, gegen die Panzerknacker. Dann hat er auch noch einen Neffen, der sich dauernd vor der Arbeit drückt. Wir haben so viel zu erzählen. Wir sind noch lange nicht am Ende.

Warum ist die Figur Dagobert Duck so erfolgreich?

Höpfner Ich glaube, Dagobert Duck vereint so unglaublich viel. Auf der einen Seite diesen wahnsinnigen Geiz, diesen Ehrgeiz aber auch, dann versucht er erfolgreich zu sein, er ist erfolgreich und trotz alledem hat er trotz seiner Härte das Herz am rechten Fleck unter seinem markanten Gehrock und er sorgt natürlich schon dafür, dass es seiner Familie und den anderen schon gut geht. Vor allen Dingen, wenn es darum geht, seine kleinen Talerchen zu hegen und zu pflegen.

Gibt es etwas, was Dagobert Duck sympathisch macht?

Höpfner Also, an Dagobert ist natürlich vor allen Dingen eins sympathisch: Er ist erfolgreich. Das finden alle Leute toll. Wer würde nicht gerne mal im Geld baden? Wie abgefahren ist das denn? Er springt rein, wie ein Maulwurf taucht er durch und lässt es sich wieder selber auf die Glatze prasseln. Dagobert ist quasi jemand, mit dem wir uns ein bisschen identifizieren können, weil er so viel Erfolg hat, weil er aber auch dafür steht - für die echten Tugenden. Es ist seiner harten Hände Arbeit, mit denen er das geschaffen hat. Er hat so ein bisschen Vorbildfunktion und er ist ein bisschen skurril. Man muss den doch einfach lieb haben.

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