LUXEMBURG
AUTISME LUXEMBOURG A.S.B.L./LJ

Erfolgreiche Inklusion trotz Asperger-Syndrom: Alex engagiert sich für das Luxemburgische

Trotz Behinderung das Leben selbständig meistern: Wie das funktioniert, beweist Alex jeden Tag. Er ist 22 Jahre alt, besonders an ihm ist, dass er Autismus hat, genauer gesagt das Asperger-Syndrom. Er wohnt alleine in einer betreuten Wohnung der „Autisme Luxembourg a.s.b.l.“. Seine Hobbies sind Sport wie Fußball oder Fahrrad fahren, er spielt aber auch gerne Videospiele.

Nach viereinhalb Jahren Arbeit bei „Autisme Luxembourg“ ist er zum „Lëtzebuerger Online Dictionnaire“ (LOD) auf den ersten Arbeitsmarkt gewechselt, wo er auch schon ein Praktikum gemacht hat. Das Interview wurde von mehreren Schülern im „Service de Formation Professionnelle“ von „Autisme Luxembourg“ a.s.b.l. ausgearbeitet und schließlich während eines Besuchs des „Service d’Aide à Domicile“ durchgeführt und verarbeitet.

Wann hast Du bei „Lëtzebuerger Online Dictionnaire“ angefangen zu arbeiten?

ALEX Ich habe am 2. Mai angefangen und im November arbeite ich bereits ein halbes Jahr dort.

Wie lange warst Du bei „Autisme Luxembourg“?

ALEX Ich habe ungefähr viereinhalb Jahre dort gearbeitet, von September 2012 bis April 2017. Während meiner Zeit bei „Autisme Luxembourg“ war ich anfangs im „Service de Formation Professionnelle“, wo ich zwei Jahre auf das Arbeitsleben vorbereitet wurde. Anschließend habe ich einen festen Arbeitsvertrag bekommen.

Benötigt man Computer-Kenntnisse für Deine Arbeit?

ALEX Ja, natürlich, da ich auf meiner Arbeit nur mit dem Computer arbeite. Man braucht gewisse Basiskenntnisse. Bei Problemen mit dem Computer kann ich aber jederzeit meine Arbeitskollegen oder meine Vorgesetzten um Hilfe fragen.

Was sind Deine Aufgaben beim LOD?

ALEX Ich habe zwei Aufgaben. Die erste ist, luxemburgische Texte auf dem Computer zu verbessern, indem Texte eingescannt werden und auf dem Computer dann falsche Wörter rot unterstrichen werden. Diese falschen Wörter muss ich dann in das Wörterbuch einfügen und dort verbessern. Hierbei arbeite ich mit zwei Bildschirmen, wobei auf einem das Original angezeigt wird und auf dem anderen die Verbesserungsarbeiten vorgenommen werden. Die zweite Aufgabe ist, Audiodateien zu schneiden, welche im Voraus aufgenommen wurden. Ich schneide einzelne Wörter heraus, welche zum Lernen der Aussprache vom Luxemburgischen genutzt werden können. Es werden alle möglichen Wörter genutzt, die auch manchmal anders ausgesprochen, neu aufgenommen und verarbeitet werden.

Wie schwierig ist Deine Arbeit?

ALEX Nach anfänglichen Erklärungen und Einarbeitungen finde ich meine Arbeit nun nicht mehr so schwierig, da ich den Umgang verstanden habe.

Macht es Dir Spaß auf Deiner neuen Arbeit?

ALEX Ja, natürlich, es macht mir sehr viel Spaß. Ich bin glücklich und zufrieden auf meiner neuen Arbeit und habe nichts auszusetzen.

Wieso gefällt Dir diese Arbeitsstelle so gut?

ALEX Ich muss nicht mehr so weit fahren und ich habe die Auswahl, wo ich essen gehen kann. Mir gefallen meine Aufgaben und ich habe einen guten Kontakt zu meinen Arbeitskollegen. Mir gefällt meine neue Arbeit einfach im Großen und Ganzen und falls ich Probleme oder Fragen haben sollte, kann ich diese immer ansprechen.

Wie sieht Deine Mittagspause aus?

ALEX Diese ist von 12.00 bis 13.00 und dann geht man essen. Man muss sich ausbadgen und anschließend wieder einbadgen. Man hat die Auswahl zwischen unterschiedlichen Essensmöglichkeiten, wie ein Restaurant im Gebäude selbst, einer Bäckerei und in der Umgebung gibt es noch viele weitere Restaurants.

Fühlst Du dich wohl in Deinem Team?

ALEX Ja, ich fühle mich wohl. Ich rede vielleicht nicht mit allen gleich viel, aber ich habe ein gutes Arbeitsverhältnis zu allen.

Wie bist Du dazu gekommen beim LOD zu arbeiten?

ALEX Ich kenne nicht alle Details, aber ich weiß das „Autisme Luxembourg“ Kontakt mit dem LOD aufgenommen hatte, um mit ihnen zusammen zu arbeiten. Anschließend muss die Idee gekommen sein für ein Praktikum und dann konnte jemand von „Autisme Luxembourg“ bei ihnen ein Praktikum machen.

Man hat mich gefragt und im Sommer 2016 konnte ich mir den LOD anschauen. Es hat mir gefallen und so konnte ich im Herbst 2016 ein sechswöchiges Praktikum dort machen. Während meines Praktikums war noch ein weiterer Praktikant dabei und danach wurde evaluiert, wer von uns beiden eher infrage kommen würde. Nach ungefähr einem halben Jahr haben sie sich bei „Autisme Luxembourg“ und mir gemeldet. Mir wurde mitgeteilt, dass ich einen Arbeitsvertrag bei ihnen bekommen würde. Anschließend musste ich noch administrative Vorgänge erledigen, wie meine Kündigung bei „Autisme Luxembourg“, und konnte dann beim LOD anfangen.