LUXEMBURG
INGO ZWANK

„Elysian Gates“ rockt die Symphonic Metal-Szene rund um den Globus

Harte Gitarre oder aber ganz weiche Töne - alles ist bei „Elysian Gates“ möglich. Genau das ist es auch, was die Fans an der Band mögen. Bei „Elysian Gates“ handelt es sich um die erfolgreiche Symphonic Metal-Band aus dem Großherzogtum. Dahinter steckt in aktueller Besetzung Noémie Leer (Vocals), Thierry Sadler (Keyboards), Sue Scarano (Guitars), Guy Christen (Guitars), Kim Sosson (Bass) und Christian Praus (Drums). „Von Rock bis Metal ist eigentlich alles bei uns möglich, wir passen nicht richtig in eine klassische Musikschublade“, erzählt Guy Christen im „Journal“-Gespräch.

Drei iTunes-Nummer-Eins-Hits

Gegründet wurde die Band im Jahr 2010, 2013 kam das erste Studioalbum „Destination Unkown“ auf den Markt. „Mit einem kleinen Jungen auf dem Cover, der sich nun entscheiden muss, welchen Weg er einschlagen will. Der Junge stand für uns als Band, auch wir mussten schauen, wie es mit uns weitergehen sollte. So langsam haben wir unsere Richtung gefunden. Doch dies ist wie ein roter Faden auf unseren Covern. Der Junge wurde auch älter, auf dem zweiten Cover von ‚Crossroads‘ ist er schon ein Teenager. Es soll auch dafür stehen, dass kein Stillstand gegeben sein darf“, sagt Christen mit Blick auf die Band-Entwicklung. Richtig bekannt wurde die Band dem größeren Publikum Ende November 2014 mit ihrem Projekt „Northern Winds“ in Zusammenarbeit mit Sea Shepherd, einer der Nummer-Eins-Hits in den iTunes-Charts. Immerhin ganze drei iTunes-Nummer-Eins-Hits kann „Elysian Gates“ aufweisen. Offiziell im Bereich „Symphonic Metal“.

Symphonic Metal

„Das ist eine Kombination aus Metal und klassischen Elementen. Die Einflüsse liegen hier typischerweise in der Klassik, dem Barock und vereinzelt auch in der Romantik“, sagt Christen. Gitarre, Bass und Schlagzeug bilden dabei eine Einheit mit Orchesterinstrumenten und häufig auch Chor-Arrangements. „So haben wir beispielsweise auf dem aktuellen Album auf alle elektronischen Aspekte verzichtet. Richtige Geigen kommen zum Einsatz, einen Chor mit 64 Mann haben wir einsingen lassen.“ Dieses Album ist noch nicht bei iTunes erhältlich, hat es doch etwas in der Produktion gekostet, die sich auch rechnen muss. Von Fantasy-Themen bis hin zu Gesellschaftskritik ist da alles vertreten. Gerne werden auch Kinderstimmen eingesetzt, die kurze Gedichte oder Ähnliches vortragen. „Auch auf Luxemburgisch haben wir bereits gesungen. So wurde der Song „Loos mech Kand sinn“ als Benefizsong umgeschrieben.“ Für solche Aktionen ist sich die Band nie zu schade, „Télévie“ oder auch die Unterstützung von Schulprojekten in Zusammenarbeit mit der Polizei finden sich regelmäßig auf der Agenda.

Es passt einfach

Nicht selten stehen bei Symphonic-Bands Frauen hinter dem Mikrofon. „Da haben auch wir mit Noémie Anfang 2015 einen tollen Griff gemacht“, sagt Christen mit Blick auf die aktuelle Besetzung. Christen ergänzt: „Man muss einfach in einer Besetzung zusammen sein, wo es passt“, beschreibt er die Suche nach geeigneten Bandmitgliedern. Diese notwendige Harmonie macht Christen daran fest, dass man mit den Leuten bei Bier und Burger über Gott und die Welt sprechen kann, „und das ist aktuell eindeutig der Fall.“ Dass es passt, merkt man auch an der Freude der Bandmitglieder auf der Bühne, bei jedem Auftritt. Eine Freude, die regelrecht auf die Fans, das Publikum überschwappt. „Ja, das haben wir schon öfters gehört, nicht nur von den Fans, sondern auch von Musikkollegen.“ Diese Freude auf der Bühne lässt sich vielleicht auch damit begründen, dass „Elysian Gates“ vollkommen unbeschwert aufspielen kann, sind doch alle Mitglieder reine Amateurmusiker. „Auch wenn wir es sicherlich gerne professionell machen würden“, schmunzelt Christen. Denn der Erfolg ist da, was sich nicht nur an den Nummer-Eins-Hits festmachen kann, sondern auch mit Fanpost aus Brasilien oder Japan. Etwas bedauert der Musiker daher, dass es hier in Luxemburg doch recht schwer sei, sich entsprechend dem breiten Publikum über den Äther, also Radio, zu präsentieren, „das ist doch recht schade, aber das gilt für uns und auch andere Luxemburger Musiker.“

2017/2018 rechnet die Band mit dem nächsten Studiobesuch, um wieder ein Album aufzunehmen.


Die kommenden Auftritte von „Elysian Gates“: 18. Juni: Mertert, Eastcoast Festival; 21. Juni: Fête de la Musique, Kayl; 12. August: E-Lake Festival, Echternach; 30. September: MixNKawa, Belval, Support for DogNStyle; 7. Oktober: Covent Garden, Paris (F) Supporting Beneath My Sins; mehr Infos über die Band und Bilder gibt es auch auf www.elysiangates.com oder auf Facebook „Elysian Gates“