LUXEMBURG
MM

Global Entrepreneurship Monitor zeichnet gemischtes Bild von Luxemburg

Erstellt von der Universität Luxemburg, CRP Henri Tudor, der Handelskammer und Statec im Rahmen des Programms „Global entrepreneurship monitoring“ (GEM) hat die internationale Studie, an der 70 Länder teilnahmen - Luxemburg zum ersten Mal -, untersucht, wie Unternehmungsgeist und die Haltungen der Bevölkerungen zur Firmengründung einzuschätzen sind.

Francine Closener, Staatssekretärin im Wirtschaftsministerium, stellte nun gestern in Belval die Ergebnisse der Studie zum Unternehmertum in Luxemburg vor.

Was die wahrgenommenen unternehmerischen Möglichkeiten betrifft, wird Luxemburg nur von Schweden und Estland übertroffen. Bei der Frage allerdings, ob Unternehmertum eine gute Berufsentscheidung sei, liegt das Großherzogtum hingegen auf dem letzten Platz; dementsprechend hoch auch in Luxemburg der Wert derjenigen, die „Angst vor Scheitern“ bei der Befragung angaben.

In Luxemburg wurden in der Untersuchung 2.005 Befragungen durchgeführt (1.005 online und 1.000 telefonisch), davon 52% Frauen und 48% Männer. Von den Befragten waren 174 selbst junge Unternehmen und 48 galten als „etablierte Unternehmer“ (älter als 42 Monate).

Geschäftsklima in Luxemburg

Im Vergleich zu 2012 war das Geschäftsklima, wie die Befragung ergab, für junge Unternehmen im letzten Jahr eher von Pessimismus geprägt. 54% sagten aus, dass es schwieriger gewesen sei, ein Unternehmen zu starten; 39% antworteten, es sei unverändert und nur 7% meinten, es sei einfacher geworden. 42% der Befragten gaben darüber hinaus an, dass sie eher pessimistische Wachstumserwartungen hätten im Vergleich mit 2012 und nur 22% sehen das zukünftige Wachstum eher positiv.

Was Geschäftsaufgaben anbelangt, schieden laut Studie rund ein Drittel der Unternehmen aus dem Markt aus, weil die Betriebe nicht profitabel waren. Das ist mehr oder das gleiche Niveau vergleichbarer Länder. An zweiter Stelle folgten persönliche Gründe, die zur Aufgabe führten. Eine Besonderheit in Luxembourg stellt dabei die hohe Zahl (9,8%) der im voraus geplanten Schließungen von Unternehmen dar (im Vergleich mit nur 3,9% in anderen innovativen Ländern).

„Ich erwarte, dass uns die gewonnenen Daten eine gewisse Klarheit darüber bringt, um eine solide Politik zur Förderung von Unternehmensgründungen zu betreiben“, so Closener. Dabei unterstrich sie, dass sich auch die Haltung der Gesellschaft zu Unternehmern, die Konkurs machten und ihre Geschäftstätigkeit einstellten, ändern müsse. Wenn man zwar einerseits das Phänomen der betrügerischen Konkurse bekämpfen müsse, meint Closener, so müsse man genauso Unternehmern, die einen Konkurs erlitten, ohne dass ein böswilliges Verschulden vorlag, eine zweite Chance verdient habe. Der niedrige Prozentsatz an Frauen, die sich für den Schritt in die Selbständigkeit entschlössen, sei ein weiterer Punkt, zu dessen Behebung man zusätzlichen Anstrengungen aufwenden müsse.

Erst Ende Juni war das neugegründete „Haut comité pour le soutien des PME et de l’entrepreneuriat“ zusammengetreten. Die Plattform für die Unterstützung der Klein- und Mittelbetriebe ist aus Vertretern der Handelskammer, der Handwerkskammer, der Föderation der Handwerker, der Konföderation des Handels und Horesca zusammengesetzt und hat das Ziel, Maßnahmen zu diskutieren, um Unternehmertum und Firmengründungen zu stimulieren und die Entwicklung des Sektors der kleinen und mittleren Betriebe, der rund 180.000 Beschäftigte zählt, zu verbessern.