LUXEMBURG
PATRICK WELTER

Mehr als 135 Teilnehmer auf der „Journée du tourisme“ - Mit den eigenen Pfunden wuchern

Auf die Vorstellung der Tourismusbilanz 2017 folgte gestern die zweite Ausgabe der „Journée du tourisme“. Im Gegensatz zur letzten Woche war die Medienpräsenz bei dieser Gelegenheit eher dürftig, obwohl dieser landesweite Tourismustag schon mit seiner zweiten Ausgabe als gut eingeführt gelten kann. Immerhin 135 Touristiker aus dem Großherzogtum ließen sich in der Abtei Neumünster über Strategien und die Erwartungen an die Zukunft beraten. Die Teilnehmer kamen aus allen Bereichen des Tourismussektors von den Hoteliers bis hin zu den Verkehrsvereinen.

Wirtschaftsstaatsekretärin Francine Closener erläuterte dem „Journal“ gegenüber die zentralen Ziele des „Tourismustages“, dabei gehe es vor allem um Austausch, Herausforderungen und die Chancen, die sich bieten. Außerdem um die Umsetzung der Strategie „Tourisme 2022“ und die Erläuterung der Strategie im Detail. Staatssekretärin Closener stellte fest, dass es einen Bedarf für einen Meinungs- und Erfahrungsaustausch gibt.

Der erste Gastredner war der Zukunftsforscher Professor Dr. Ulrich Reinhardt, der die zu erwartenden Trends der nächsten Jahre aufzeigte. Dazu zählen vor allem der Anstieg der „Silver-economy“ und das immer größere Bedürfnis nach Service. Der Kunde möchte wieder König sein und ist bereit, dafür zu zahlen. Im zweiten Gastvortrag ging es um den Weg Luxemburgs zur Top-Destination im Wandertourismus.

Tourism Innovation Award 2018

Besonders lag Francine Closener die Lancierung des „Tourism Innovation Award 2018“ am Herzen. Die Ausschreibung dieses Preises richtet sich an kleine und mittlere Unternehmen (KMU), die im Tourismus tätig sind oder als Dienstleister für Touristikbetriebe fungieren. Dabei kann es sich auch um Handwerksbetriebe oder Start-ups handeln. Eingereicht werden können sowohl Projekte als auch Innovationen, die in den letzten drei Jahren realisiert wurden. Die Ausschreibung beginnt ab sofort, die Bewerbungen um den Preis müssen dann bis zum 12. Juni eingegangen sein. Die Auswertung erfolgt durch das Wirtschaftsministerium und „LuxInnovation“. Eine Jury wählt sechs Finalisten aus. Es werden zwei erste Preise in den Kategorien „Smart-tourism“ und „Nachhaltiger Tourismus“ in Höhe von jeweils 15.000 Euro vergeben. Darüber hinaus gibt es noch einen Publikumspreis, der ebenfalls mit 15.000 Euro dotiert ist. Closener wies auch darauf hin, dass die Bewerber bei dem „Pitch“ (Auswahlverfahren) technische Unterstützung für ihre Bewerbung erhalten können.

Wandern als besondere Stärke

Ein besonderer Schwerpunkt ist der Wandertourismus, ein Bereich in dem Luxemburg mittlerweile kein Geheimtipp mehr ist, sondern als Qualitätsziel wahrgenommen wird. Zurzeit erstellt der Deutsche Wanderverband eine Studie über den Istzustand des Wanderangebotes in Luxemburg und die zukünftige Ausrichtung.

Erik Neumeyer vom Deutschen Wanderverband sieht ein gewaltiges Potenzial für den Wandertourismus in Luxemburg, unterstützt durch die Kulinarik und die grandiose Natur. Einiges müsse noch verbessert oder besser in Szene gesetzt werden. In Luxemburg könne man auch Wandern mit dem Thema „Industriekultur“ oder stadtnahes Wandern rund um die Hauptstadt anbieten. Im Rahmen der Studie wird nun in Zusammenarbeit mit den regionalen Tourismusbüros (ORT) das nationale Wanderwegenetz überprüft. In der Folge der Studie wird es zu einer Neubeschilderung und zu einer anderen „Besucherlenkung“ kommen. Sowohl digitale Karten als auch klassische analoge Schilder werden dann den Wanderern auf den rechten Weg helfen. Die 60.000 Euro teure Studie soll noch in diesem Sommer abgeschlossen werden. Die Neuausrichtung und Neubeschilderung des nationalen Wanderwegenetzes (mehr als 700 Kilometer) wird wohl bis 2020 dauern und zwischen 1,5 und zwei Millionen Euro kosten.

Erik Neumeyer sieht Luxemburg jetzt schon in einem sehr positiven Licht: „Luxemburg ist jetzt schon raus aus der Nische der Geheimtipps!“