LUXEMBURG
SIMONE MOLITOR

Erster „Welttag gegen den Menschenhandel“ am heutigen 30. Juli

Menschenhandel ist keinesfalls ein Relikt aus längst vergangenen Tagen. Es handelt sich zwar genauso wenig um ein neues Phänomen, dennoch hat sich das Geschäft mit der „Ware“ Mensch inzwischen zu einem industrialisierten Verbrechen entwickelt. Die Vereinten Nationen haben in diesem Jahr erstmalig einen „Welttag gegen den Handel von Menschen“ ausgerufen, der am heutigen 30. Juli begangen wird. Regierungen und Unternehmen werden zum gemeinsamen Kampf gegen Menschenhandel aufgerufen, gleichzeitig soll die breite Öffentlichkeit sensibilisiert werden. Menschenhandel habe sich zu einem globalen Geschäft entwickelt, heißt es von Seiten der UNO.

Ausbeutung durch Anwendung von Gewalt

Menschenhandel ist ein globaler Übergriff, der meist im Zusammenhang mit Prostitution Anwendung findet, teils auch mit Leiharbeit verbunden ist und genauso oft im Kontext der Migration oder des Organhandels auftaucht. Die Ausbeutung eines Menschen durch Androhung oder Anwendung von Gewalt ist in solchen Fällen maßgeblich. Meist wird eine Person von einem Land in ein anderes gebracht, mit dem einzigen Ziel, sie auszunutzen, um daraus einen lukrativen Vorteil zu ziehen. In mehr als einem Fall grenzt die Tat an Sklaverei. Erzwungene Prostitution, demnach die sexuelle Ausbeutung einer Person, ist das wohl bekannteste Phänomen im Kontext des Menschenhandels. Meist Frauen, aber auch Kinder werden gegen ihren Willen mit wirksamen Druckmitteln - etwa durch den Entzug der Ausweispapiere - in solche „Jobs“ gezwungen.

Kaum verlässliches Zahlenmaterial

Die Suche nach verlässlichen Zahlen gestaltet sich als schwierig. Schätzungen gibt es zuhauf, wohl auch Angaben über identifizierte Opfer, die Dunkelziffer soll jedoch immens sein. Tatsächlich sollen laut „United Nations Office on Drugs and Crime“ in den Jahren 2007 bis 2010 weltweit offiziell 43.000 Betroffene von Menschenhandel entdeckt worden sein. Im April 2013 veröffentlichte die EU-Kommission einen statistischen Bericht über den Zeitraum 2008-2010. In diesen Jahren soll es 23.632 ermittelte oder mutmaßliche Opfer in der EU gegeben haben. Es war dies der erste Bericht über Menschenhandel in Europa. Die Zahl der Verurteilungen von Menschenhändlern war in den drei Referenzjahren um 13% gesunken, die Zahl der Opfer jedoch um 18% gestiegen.

„Die Erhebung vergleichbarer und verlässlicher Daten ist jedoch nach wie vor eine schwierige Aufgabe. Die Daten sollten daher mit Vorsicht interpretiert werden, da mit einer hohen Dunkelziffer zu rechnen ist. Nach Angaben der Internationalen Arbeitsorganisation sind 880.000 Menschen in der EU Opfer von Zwangsarbeit, einschließlich erzwungener sexueller Ausbeutung“, bemerkte die EU-Kommission damals in ihrem Bericht, bei dem es sich im Übrigen nicht um eine eigenständige Untersuchung handelte, sondern vielmehr um eine statistische Aggregation der Daten der EU-Länder.

Wer sich solidarisch mit den Opfern zeigen will, kann sich an einer Fotoaktion beteiligen. Mehr dazu unter: www.unodc.org.